Jede Menge Technik für neue Behandlungsmöglichkeiten: Beim Rundgang durch das Herzkatheterlabor in Lich erklären der Leiter der interventionellen Kardiologie, Professor Holger Nef (4.v.l.) und sein Stellvertreter Dr. Matthias Bayer (4.v.r.), was an der Asklepios-Klinik künftig alles machbar ist. Foto: ti
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Jede Menge Technik für neue Behandlungsmöglichkeiten: Beim Rundgang durch das Herzkatheterlabor in Lich erklären der Leiter der interventionellen Kardiologie, Professor Holger Nef (4.v.l.) und sein Stellvertreter Dr. Matthias Bayer (4.v.r.), was an der Asklepios-Klinik künftig alles machbar ist. Foto: ti

"Meilenstein" für die Versorgung

  • vonChristina Jung
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1,8 Millionen Euro hat der Bau der neuen Kardiologie an der Licher Asklepios- Klinik gekostet. Kernstück ist das Herzkatheterlabor, das interventionelle Behandlungen ermöglicht und gestern offiziell eingeweiht wurde.

Ein Jahr lang wurde geplant, sieben Monate gebaut. Vergangene Woche kamen die ersten Patienten zur Behandlung in die neue kardiologische Abteilung der Asklepios-Klinik in Lich. Gestern wurde sie mit einer Feierstunde offiziell eröffnet. Fazit der Festgäste: eine deutliche Verbesserung der medizinischen Versorgung für die Menschen in Lich und in der Region.

1,8 Millionen Euro hat der Asklepios-Konzern in die interventionelle Kardiologie gesteckt, die Teil der Klinik für Innere Medizin ist und von Prof. Holger Nef und seinem Stellvertreter Dr. Matthias Bayer geleitet wird. Eine Investition in den Standort Lich und eine "gute Entscheidung", worüber sich Landrätin Anita Schneider und Bürgermeister Dr. Julien Neubert freuten. Beide gratulierten zu dem Schritt, das kardiologische Behandlungsspektrum in der Stadt an der Wetter zu erweitern.

Dieses bietet den Patienten seit dem 1. September nicht mehr nur konventionelle kardiologische Behandlungsmöglichkeiten, sondern interventionelle - also minimalinvasive Katheteruntersuchungen. Möglich macht dies ein rund um die Uhr betriebenes Labor, das Kernstück der neuen Kardiologie.

Der Weg dorthin allerdings war von Höhen und Tiefen geprägt, wie Fabian Mäser, Geschäftsführer der Licher Klinik, anlässlich der Eröffnung ausführte. "Es wurde viel diskutiert, Lösungen wurden gefunden und wieder verworfen", so Mäser. Coronabedingt sei es zu einem Baustopp und Lieferschwierigkeiten in verschiedenen Bereichen gekommen. Doch das Ergebnis sei ein "weiterer Meilenstein", führe am Standort zu einer deutlichen Verbesserung der medizinischen Versorgung und setze neue Maßstäbe.

Was Mäser mit Letzterem meinte, kam gleich in mehreren Festreden zum Ausdruck: Bei der neuen Abteilung handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg und der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Alle neun Kardiologen, die in Lich arbeiten, sind auch an einem der beiden anderen hochspezialisierten Herzzentren tätig. Jede Menge fachliche Kompetenz also, auf die man am Höhlerberg künftig setzen kann. Und die Kooperation bringt weitere Vorteile: Abbau des Verlegungskarussells, weniger Doppeluntersuchungen, effizientere Arbeitsprozesse, verbesserte Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg und ein kurzer Draht ins jeweilige Zentrum. Der ist von besonderer Bedeutung, denn hochkomplexe kardiologische Behandlungen, für die es eine Herzchirurgie und eine gewisses medizinisches Umfeld braucht, sind in Lich nach wie vor nicht möglich.

Angeschlossen an die Kardiologie ist eine eigene Station mit zwölf Betten in neuen, hellen Räumlichkeiten mit speziell geschultem Personal und acht Monitorplätzen zur Überwachung.

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