Mehr als 20 000 Vögel ziehen über das Kreisgebiet

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Gießen (tma). Am Wochenende waren wieder Dutzende Ferngläser in Richtung Himmel gerichtet, um ziehende Vögel zu beobachten: Im Rahmen des alljährlichen "European Birdwatch" wird immer Anfang Oktober mit zahlreichen Aktionen auf menschengemachte Gefahren für Vögel hingewiesen. Der Spaß an der Vogelbeobachtung kommt dabei nicht zu kurz.

Im Landkreis Gießen hatten mehrere NABU-Gruppen Veranstaltungen organisiert. Parallel dazu schauten einzelne Vogelbeobachter nach dem Vogelzug. Auf dem "Hoinkdippe", der Grüninger Warte, trafen sich der NABU Langgöns und der NABU Holzheim. Im Dreiländereck zwischen Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg waren der NABU Rodheim-Bieber, Heuchelheim-Kinzenbach und Wettenberg unterwegs. Auf dem Steinbacher Lutherberg hatte Achim Zedler sein Fernglas gezückt, Dietmar Jürgens stand auf dem Lützelberg bei Odenhausen/Lahn und Hans-Erich Wissner hatte das Geschehen im Alten Feld bei Allertshausen im Blick.

Rekord bei Rotmilanen

Die Zahlen aller Beobachter zusammen ergab, dass zwischen 7.30 Uhr und 11.30 Uhr 20 467 Vögel das Kreisgebiet überquerten. An den verschiedenen Standorten waren das zwischen 330 und 2300 Vögel pro Stunde. "Gerade Feldlerchen und Buchfinken konnten wir gar nicht alle zählen", sagte Martin Wenisch vom NABU Langgöns.

Im Vetzberger Feld und im Alten Feld summierten sich die Zugvögel in den Zählungen von Tim Mattern und Hans-Erich Wissner auf jeweils rund 1300. Am Odenhausener Lützelberg erfasste Dietmar Jürgens rund 2400 Durchzügler, an der Grüninger Warte kamen 6200 Vögel zusammen. Achim Zedler hatte nach vier Stunden über 9000 Vögel notiert, darunter 240 Rotmilane. So viele habe er noch nie dort gezählt: "Die Zahlen sind für mich Rekord am Lutherberg", sagte er.

Rund 50 Prozent der Durchzügler über dem Kreisgebiet machten Buchfinken aus, gefolgt von Feldlerchen (15 Prozent) und Ringeltauben (11 Prozent). Außer den Rotmilanen waren noch 208 Kiebitze, späte Mehlschwalben sowie eine ziehende Bekassine bemerkenswert.

Auch ohne Fernglas und Fachkenntnisse deutlich zu bemerken war der Kranichzug. Die auffälligen Keilformationen waren das ganze Wochenende zu sehen. Außerdem rasteten in den vergangenen Tagen Kraniche in der Horloffaue bei Utphe. Der NABU Kreisverband wies darauf hin, dass diese Vögel nicht gestört werden sollten - Beobachter sollten mindestens 300 Meter Abstand halten und die Schutzgebietsflächen nicht betreten.

Wen das Naturschauspiel des Vogelzugs in seinen Bann zieht, der kann an zwei folgenden Veranstaltungen teilnehmen: Am kommenden Samstag, 12. Oktober, findet der traditionelle Zugvogeltag auf dem Altenberg bei Odenhausen statt. Am Sonntag, 27. Oktober, bieten die drei NABU-Gruppen Heuchelheim-Kinzenbach, Rodheim-Bieber und Wettenberg von 14 bis ca. 17 Uhr einen Beobachtungsnachmittag am Kinzenbacher Wasserhäuschen an.

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