Mehr Radwege an Kreisstraßen

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Gießen(so). "Was wir jetzt brauchen, das ist ein Radwege-Baukonzept", sagt Christopher Lipp. Der Christdemokrat unterstützt ausdrücklich die Initaive der Koalition von SPD, Grünen und Freien Wählern, weitere Radwege entlang von Kreisstraßen zu planen. Nun, nachdem das Radverkehrskonzept für den Landkreis Gießen vorliegt und zudem mit vielen Anregungen und Ideen aus den Kommunen und von engagierten Bürgern nachjustiert ist, müsse man ans Umsetzen gehen, so die einhellige Meinung.

Thema war es am Donnerstag in der von Anette Henkel (SPD) geleiteten Sitzung des Kreistags-Infrastrukturausschusses. Künftig soll grundsätzlich geprüft werden, ob bei Bauarbeiten an Kreisstraßen ein straßenbegleitender Fahrradweg zu realisieren ist. Wobei nicht nur Neubau, sondern auch Sanierung von bestehenden Radwegen zu bedenken ist. "Wir fordern auch das Land Hessen auf, bei Bauarbeiten an den Landesstraßen immer auch an die Radwege zu denken", ergänzte dazu der FW-Fraktionsvorsitzende Günther Semmler.

Das Radverkehrskonzept ist noch keine Radwegeplanung, heißt es aus der Koalition. Diese solle so angeschoben werden. Wenn Straßenbauarbeiten und Radwegebau oder Sanierung miteinander verbunden werden, verspreche man sich davon Einsparungen, und zwar finanzieller, personeller und zeitlicher Ressourcen.

50 000 Euro Planungskosten

Damit das Ganze nicht nur gut klingt, sondern im nächsten Jahr begonnen werden kann, sollen Planungsmittel bereitgestellt werden. SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Scheele-Brenne benennt eine Summe von 50 000 Euro. Der Kreistag wird am 14. Dezember im Rahmen der Etatberatungen für 2021 darüber befinden.

Der Landkreis soll zudem eine Prioritätenliste der Radwege erstellen. "In diese Reihenfolge sollen auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung einfließen", ergänzt Christian Zuckermann, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Zur Erinnerung: 1090 Kilometer Radrouten gibt es im Kreis Gießen, zudem weitere 195 Kilometer in der Kreisstadt. Rund 260 Kilometer umfassen die Lücken, die für optimalen Ausbau zu schießen wären. Bald 200 Vorhaben und Projekte sind benannt, mit denen der Radverkehr im Kreis verbessert werden könnte. Die geschätzten Gesamtkosten liegen weit jenseits der 100 Millionen Euro. Das meiste fällt in den Verantwortungsbereich der Städte und Gemeinden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare