Verbrieft und besiegelt: Die Pfarrer Christoph Schaaf und Alexandra Hans begutachten das Dienstsiegel der neuen Kirchengemeinde, die sich zum 1. Januar 2021 in Wettenberg bildet. FOTOS: SO
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Verbrieft und besiegelt: Die Pfarrer Christoph Schaaf und Alexandra Hans begutachten das Dienstsiegel der neuen Kirchengemeinde, die sich zum 1. Januar 2021 in Wettenberg bildet. FOTOS: SO

Ein Mehr an Miteinander

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Die ev. Kirchengemeinden Krofdorf-Gleiberg, Wißmar und Launsbach schließen sich zum 1. Januar 2021 zur Kirchengemeinde Wettenberg zusammen. Die Pfarrer Alexandra Hans und Christoph Schaaf sind Seelsorger für die 5800 Evangelischen in Wettenberg.

An Heiligabend brachte die Post noch ein Päckchen ins Krofdorfer Pfarrhaus an der Rodheimer Straße. Doch Pfarrer Christoph Schaaf ließ sich bis Dienstag nach Weihnachten Zeit mit dem Auspacken. Denn er wusste, was drinnen war: Zwei Stempel. Die offiziellen Dienstsiegel der neuen Kirchengemeinde Wettenberg. Von Freitag an, mit Beginn des neuen Jahres, kommen sie in der neuen evangelischen Kirchengemeinde Wettenberg zum Einsatz. Die bisher selbstständigen Gemeinden Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar verbinden sich zu einer neuen Einheit. Vorangegangen ist dem ein vier Jahre währender Beratungs- und Klärungsprozess zwischen den Vertretern der drei Gemeinden. Pfarrer und hauptamtliche Mitarbeiter - und mehr noch die Kirchenvorstände - hatten zahlreiche Abstimmungen zu treffen, bis sie jetzt endlich sagen können: Es ist soweit.

Am 20. Januar konstituieren sich die bisherigen Kirchenvorstände in gemeinsamer Sitzung als neuer Bevollmächtigten-Ausschuss. Dieses 26-köpfige Gremium der Gemeindeleitung wird bis zur Presbyteriumswahl 2024 amtieren.

Launsbach soll nicht zu kurz kommen

Pfarrerin Esther Wagner, 31 Jahre lang in Launsbach engagiert, tritt zum 1. Februar 2021 früher als geplant aus privaten Gründen in den Ruhestand. Eigentlich wollte sie bis 2023 bleiben. Nun aber werden schon jetzt die drei bislang vorhandenen Pfarrstellen auf zwei reduziert. Diese sind mit Pfarrerin Alexandra Hans (52) und Pfarrer Christoph Schaaf (56) besetzt.

In den vergangenen Monaten und Jahren der Vorbereitung wurden Gottesdienst-Termine miteinander abgestimmt, wurden Absprachen für Konfirmandenunterricht getroffen, Vermögensfragen geklärt, wurde aufgeteilt, wer wofür zuständig ist. So wird sich Pfarrerin Hans beispielsweise gemeinsam mit Jugendleiterin Inka Lepper in Launsbach um die Jugendarbeit und die Konfirmanden kümmern; ihr Kollege Schaaf um die Arbeit mit Erwachsenen und Senioren. Ganz wichtig dabei, das unterstreichen die beiden Geistlichen: Auch wenn Launsbach kleiner als die beiden anderen Dörfer ist, so darf der Ort mit seinen Menschen nicht zu kurz kommen, darf nicht "hinten runter fallen". Jede Gemeinde soll als Einheit erhalten bleiben, sichern Schaaf und Hans zu. Deshalb wird es auch in Launsbach weiter eine eigene Konfi-Gruppe geben, eine eigene Gemeindebücherei, etc. Alles bleibt erhalten, so lange es Menschen gibt, die dies haupt- und ehrenamtlich mit Leben zu füllen vermögen. Auch alle Mitarbeiter sowie alle Pfarr- und Gemeindehäuser werden von der neuen Kirchengemeinde übernommen und getragen.

Wißmar und Krofdorf-Gleiberg zählen jeweils rund 2450 Gemeindemitglieder, in Launsbach gehören rund 1000 Menschen zur evangelischen Kirche.

Wobei noch längst nicht alles fertig ist. Eine neue Homepage ist im Werden, und für die neue, größere Gemeinde soll es zu Ostern erstmals einen neuen Gemeindebrief geben, der dann in allen drei Dörfern verteilt wird. Pfarrer Schaaf: "Wir arbeiten an einem Mehr an Miteinander".

Am 31 . Januar soll um 11 Uhr - solange Corona keinen Strich durch die Rechnung macht - mit einem Gottesdienst an der Gesamtschule feierlich die neue Kirchengemeinde begrüßt werden. Geplant ist eine Veranstaltung auf dem Sportplatz (bei Regen in der Sporthalle).

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