Mehr Kontrolle und Rücksichtnahme

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Die Motorrad-Saison ist in vollem Gange, bei schönem Wetter sind Biker auf vielen idyllischen Straßen in der Region unterwegs. Häufig wird der damit einhergehende Lärm für Anwohner an den betreffenden Routen zur echten Belastung. Geht es nach dem Willen des Bundesrates, soll der Lärmverursachung deshalb bald ein Riegel vorgeschoben werden. Unter anderem ist vorgesehen, die Lärmobergrenze auf 80 Dezibel festzusetzen. Dazu äußert sich jetzt der Kreisverband Mittelhessen des Auto Club Europa (ACE).

Dessen Vorsitzender Gerd Wegel erklärt, für viele sei Motorradfahren ein großartiges Hobby, das viel Freude bereite. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass "einige die Toleranz ihrer Mitmenschen durch Lärmbelästigung übermäßig ausreizen". Die Freiheit des einen höre da auf, wo sie die Freiheit des anderen einschränke. "Und damit meine ich: Die Freiheit vor extrem lauter Dauerbeschallung", sagt Wegel. Lärm mache krank, davon könnten viele Anwohner ein Lied singen.

Gegen Lärmorgien

Der ACE sei Mobilitätsbegleiter aller mobilen Menschen, die Motorradfahrenden einbezogen. Im Sinne der Verkehrssicherheit und des Gesundheitsschutzes habe der Verband "klare Vorstellungen, wie Motorrad fahren und die Einhaltung von Lärmobergrenzen in Einklang gebracht werden können". Rücksichtnahme stehe dabei an erster Stelle. "Deshalb fordern wir einerseits von den Herstellern, Motorräder leiser zu konstruieren, und andererseits effektivere Kontrollmaßnahmen durch die Behörden zu ermöglichen", ergänzt Volker Schork, Regionalbeauftragter Club Hessen des ACE.

Die Forderungen des ACE: Mobilität muss nachhaltiger und geräuschärmer werden, Hersteller und Händler sollten leisere Motorräder produzieren und vertreiben sowie sogenannte Sound-Designs unterlassen.

"Immer dann, wenn jemand auf dem Motorrad das Gas durchzieht und bewusst Lärm erzeugt, fällt das als vorsätzlich lärmerzeugende Fahrweise in den Tatbestand des Paragrafen 30 der Straßenverkehrsordnung und muss geahndet werden. Durch eine verstärkte Verkehrsüberwachung und eine Ausweitung der Kontrollmöglichkeiten muss dem Einhalt geboten werden", meint der Kreisvorsitzende Wegel.

Schork, Verkehrssicherheitsexperte des ACE, meint zudem, "Raser dürfen einer Bestrafung nicht einfach entgehen". Zur Ahndung sei sicherlich das fehlende Kennzeichen an der Motorradfront problematisch. Der Spaß am Hobby solle niemandem verdorben werden.

Solange sich alle Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll ihren Mitmenschen gegenüber verhalten, brauche es keine zusätzlichen Verbote. "Dann muss aber auch klar sein, dass Sound-Designs und maßlose Lärmorgien der Vergangenheit angehören."

Schon heute könnten Elektromotoren im motorisierten Zweirad dazu beitragen, dass die Lärm-Emissionen im Straßenverkehr deutlich abnehmen.

Wegel und Schork sind sich einig, dass Lärmbelästigung nur im Zusammenwirken zwischen strikteren gesetzlichen Vorgaben für Hersteller und einer nachhaltigen Verhaltensanpassung derjenigen, die sich rücksichtslos verhalten, effektiv vermieden werden kann.

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