Gebäudesanierungen - Dämmen und Modernisieren etwa von Heizungen - gelten als zentrales Element der Energiewende. Der Landkreis Gießen will mit dem Klimageld einen weiteren Anreiz schaffen.
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Gebäudesanierungen - Dämmen und Modernisieren etwa von Heizungen - gelten als zentrales Element der Energiewende. Der Landkreis Gießen will mit dem Klimageld einen weiteren Anreiz schaffen.

Klimaschutz

Klimageld im Kreis Gießen soll kommen - Was genau steckt dahinter?

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Das Klimageld war eines der Schlagworte im Wahlkampf der Grünen vor einem halben Jahr. Jetzt geht es im Kreis Gießen an die Umsetzung.

Gießen – Mit einem Klimageld wollen CDU, Grüne und Freie Wähler den Klimaschutz im Kreis weiter ankurbeln. Der Anspruch: Eine Förderrichtlinie auf den Weg zu bringen, die so einfach ist, dass sie jeder Hausbesitzer versteht, und die so niedrigschwellig ist, dass sie einfach zu handhaben ist. Damit setzt die junge Koalition ein erstes größeres Vorhaben aufs Gleis.

Große Zustimmung im Gießener Kreistag für Klimageld – CO2-Einsparung bestimmt Förderung

Die Zustimmung im Gießener Kreistag ist groß: Außer der AfD stimmten am Montag alle Fraktionen dafür. Die Verwaltung hat nun den Auftrag, eine solche Förderrichtlinie auszuarbeiten. Die soll schon bis zu den Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 vorliegen, sodass idealerweise schon im kommenden Jahr Bürger in den Genuss von Zuschüssen kommen könnten. Zielgruppe sind Besitzer von Häusern mit bis zu vier Wohnungen älterer Baujahre. Da wird der größte Bedarf ausgemacht. Zudem soll dies einen Impuls für das Aufwerten von Immobilien in den Ortskernen geben.

Gefördert werden sollen Sanierungen und Modernisierungen wie neue Dämmung oder neue Heizungen, die zu einer Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes führen. Was neu ist: Nicht die Investitionssumme für eine Modernisierung soll als Grundlage für die Förderung dienen, sondern das Ausmaß der CO2-Einsparung. Das Klimageld soll bestehende Förderungen von Bund und Land ergänzen und zugleich ein kreiseigenes Förderstandbein aufbauen.

Klimageld im Kreis Gießen: Hoffentlich kein neues „bürokratisches Monster“

Landrätin Anita Schneider (SPD) lobte das Klimageld als »richtigen Ansatz«, ließ es sich aber nicht nehmen, darauf zu verweisen, dass in den vergangenen Jahren einiges auf den Weg gebracht wurde: Die Arbeit an der jüngst veröffentlichten CO2-Bilanz etwa, um Mobilität, Gebäudesanierung und erneuerbare Energien in den Blick zu nehmen, die Quartiers-Sanierungen und Beratungsangebote wie beispielsweise durch das Albiz.

Etwas kritisch steht die FDP dem Klimageld gegenüber, sie befürchtet in der noch von der Verwaltung zu erarbeitenden Förderrichtlinie ein neues »bürokratisches Monster« (Harald Scherer). Gleichwohl stimmte die FDP zu, nachdem auf ihre Anregung hin festgeschrieben wird, dass jedem Hausbesitzer eine vom Kreis finanzierte passgenaue Beratung zur Energieeinsparung und zur CO2-Reduzierung angeboten wird.

Einen wunden Punkt zeigte derweil Reinhard Hamel (Gießener Linke) auf: Die Koalition habe noch nicht benannt, wie viel Geld es insgesamt geben, wie hoch eine Förderung in Summe sein soll. Nach Hamels Dafürhalten ergebe es nur Sinn, wenn im Kreis ein Millionenbudget für das Klimageld bereitgestellt werde. Wie der Fördertopf allerdings befüllt werden soll, dazu sind aus der CDU-geführten Koalition in der Tat noch keine Vorschläge publik geworden.

Das Klimageld ist ein urgrünes Thema, das Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat.

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