Mehr Geld für Bau

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Gießen (pm). Die rund 1 700 Bau-Beschäftigten im Landkreis Gießen sollen mehr Geld bekommen: In der anstehenden Tarifrunde für die Branche fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ein Lohn-Plus von 5,3 Prozent. Außerdem soll ein Modell für die Entschädigung der sogenannten Wegezeit, also der langen, meist unbezahlten Fahrzeit zur Baustelle, weiterentwickelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

“Der Boom der Bauwirtschaft hält trotz Pandemie an. Nun müssen die Beschäftigten an den steigenden Umsätzen beteiligt werden„, sagt Doris Hammes, Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelhessen.

Die Gewerkschafterin verweist auf die hohe Zahl der Baugenehmigungen, die zu weiterhin vollen Auftragsbüchern bei den Unternehmen führten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sei im Landkreis Gießen im vergangenen Jahr der Bau von 1 071 Wohnungen genehmigt worden. Dabei hätten Bauherren rund 178 Millionen Euro investiert.

“Während viele Branchen stark von den Lockdowns und Kontaktbeschränkungen betroffen sind, laufen die Arbeiten am Bau auf Hochtouren weiter„, so IG BAU-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. Statt Homeoffice und Kurzarbeit seien für viele Maurer, Zimmerleute und Straßenbauer Überstunden und Wochenendarbeit an der Tagesordnung.

“Neben einer Lohnerhöhung erwarten die Beschäftigten eine Entschädigung für die viele Zeit, die sie für den Betrieb zu ihren Baustellen unterwegs sind„, so Burckhardt. Eine Weiterentwicklung der Wegezeitenentschädigung sei überfällig. Nach einer Studie des Pestel-Instituts legten Bauarbeiter in Deutschland im Schnitt 64 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit zurück. Jeder Vierte sei mehr als eine Stunde zum Einsatzort unterwegs - plus Rückfahrt. Zum Vergleich: Unter allen Arbeitnehmern außerhalb des Bauhauptgewerbes betreffe das nur fünf Prozent.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 11. Mai.

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