"Mehr familienfreundliche Angebote"

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Gießen(pm). Im Landkreis Gießen haben viele Beteiligte gute Erfahrungen mit den Angeboten der Gemeinwesenarbeit gemacht. Schon seit drei Jahren begleitet und unterstützt der Kreis Projekte in Laubach und Lollar. Jetzt wird dies erweitert. Gießen ist damit einer der ersten Landkreise überhaupt in Hessen, der Gemeinwesenarbeit - ursprünglich vor allem in größeren Städten angesiedelt - auch in den ländlichen Raum trägt.

Ansprechpartnerin sein und selbst Menschen ansprechen, Probleme erkennen und Anlaufstellen vermitteln, Bedarf und Angebot für Nachbarschaftshilfe zusammenführen: Für Sarah Arendt gehört das zu ihrem Arbeitsalltag. Die Gemeinwesenarbeit-Koordinatorin von Zaug in Lollar kennt Gesichter, Geschichten und Eigenarten vieler Menschen. Sie gibt Hilfe zur Selbsthilfe: "Begegnungsstätten schaffen, in denen Leute sich einbringen können, das ist für die Gemeinwesenarbeit ganz wichtig", sagt sie.

Herausforderung für ländliche Orte

Angebote nicht überstülpen, sondern mit Betroffenen erarbeiten - das ist eines der Merkmale von Gemeinwesenarbeit. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die Menschen in ihrem Ort oder ihrem Viertel auffangen und sie zusammenführen. Zum Beispiel durch Repair- oder Bewerber-Cafés, ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe oder Nachbarschaftsfeste. Der Kreis übernimmt Förderanträge und Administration, zugleich trägt er neben der 75-prozentigen Landesförderung den übrigen Kostenanteil.

"Gesellschaft verändert sich auch im ländlichen Raum", sagt Landrätin Anita Schneider. "Zuwanderung und eine älter werdende Bevölkerung, zugleich mehr familienfreundliche Angebote oder ein stabiles Sport- und Freizeitangebot durch Vereine sind Herausforderungen für ländliche Gemeinden." Gemeinwesenarbeit könne dazu beitragen, die Gemeinschaft vor Ort zu stärken und weiterzuentwickeln, die Bürgerbeteiligung zu stärken und gemeinsam Angebote zu entwickeln.

Für die nun angelaufene Förderperiode des Landes fragte der Landkreis alle Kommunen ab. Die Stadt Gießen stellte einen eigenen Antrag, von den übrigen Kreiskommunen verfolgen Langgöns und Heuchelheim eigene Schwerpunkte. Für Wettenberg, Grünberg, Hungen, Buseck, Linden und Pohlheim bewilligte das Land Förderungen. In Lollar und Laubach laufen die bestehenden Angebote weiter.

Vor Ort übernehmen Mitarbeiter der Zaug gGmbH die Aufgaben. "Wir haben seit vielen Jahren Erfahrung in diesem Bereich", sagt Geschäftsführer Heiko Bennewitz. Das ist auch der Fall, wenn es darum geht, geflüchtete Menschen für Ausbildung und Beruf zu qualifizieren. "Klar ist aber, dass diese Integration durch Ausbildung und Arbeit nie ohne Integration im privaten Bereich gelingen kann. Und auch hier setzt die Gemeinwesenarbeit an."

Bezogen auf das kommende Jahr sind im Kreishaushalt rund 85 000 Euro Komplementärfinanzierung zur Landesförderung eingeplant. "Zusätzlich stellen wir rund 152 000 Euro außerhalb des Landesförderung bereit", sagt Schneider.

Die Gemeinwesenarbeit-Koordinationen sind wie folgt erreichbar:

Lollar, Wettenberg: Sarah Arendt, Telefon 0 64 06/8 36 09 48 oder 01 71/6 57 52 91, gwa-lollar@zaug.de, gwa-wettenberg@zaug.de.

Laubach, Grünberg: Gerrit-Scott Vogelsang, Telefon 01 51/ 27 24 72 45, gwa-laubach@zaug.de; gwa-gruenberg@zaug.de.

Linden, Pohlheim: Vivienne Banach, Telefon 01 51/ 74 46 48 84, gwa-linden@zaug.de; gwa-pohlheim@zaug.de. Buseck: Leticia Gobet, Tel. 01 51/65 25 79 52, gwa-buseck@zaug.de.

Allendorf (Lumda), Rabenau, Reiskirchen, Staufenberg: Lucas Richter, Telefon 01 51/65 25 79 52, gwa-allendorf@zaug.de; gwa-rabenau@zaug.de; gwa-reiskirchen@zaug.de; gwa-staufenberg@zaug.de.

Hungen: Katharina Traoré; Telefon 01 51/63 30 51 60, gwa-hungen@zaug.de. Lich, Biebertal, Fernwald: Meredith Wicklund, Tel. 01 51/74 46 49 22, gwa-lich@zaug.de.

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