Für mehr Chancengleichheit von Kindern

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Obwohl der Ausbau der Betreuungsplätze in Kindertagesstätten und Schulen in den letzten Jahren zugenommen hat, fehlen nach wie vor in Stadt und Land viele Plätze. Das jedenfalls beklagt die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im SPD-Unterbezirk Gießen. Die ASF hat sich in ihrer letzten Vorstandssitzung mit der Situation der Kinderbetreuung beschäftigt.

"Für die Chancengleichheit von Kindern ist die frühkindliche Bildung enorm wichtig", sagen die Frauen. Fehlende gute Betreuung sei außerdem immer noch ein großes Hindernis für die Chancengleichheit von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Trotz zunehmender Qualifikation sei der Anteil von Frauen in Teilzeit- oder in Minijobs immer noch sehr hoch. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf die Aufstiegschancen von Frauen, sondern bedeute auch enorme Einbußen bei der Rente und dem Familieneinkommen, insbesondere bei Alleinerziehenden. Mit der Folge: Die Kinderarmut in Deutschland ist nach wie vor erschreckend hoch.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat in den letzten Jahren mehrere Anstrengungen unternommen, um Kindertagesstätten zu unterstützen, erinnert die ASF. Vier Investitionsprogramme des Bundes in den vergangenen Jahren (2008 bis 2020) sollten die Länder beim Ausbau der Kitaplätze unterstützen. Nicht nur die Träger von Kitas, sondern insbesondere auch die Länder sind aufgefordert, diese Mittel entsprechend aufzustocken und zügig umzusetzen.

Ein großes Problem sehen die Sozialdemokratinnen dabeiaim Fachkräftemangel im Kitabereich. Die Ursachen dafür sind schon lange bekannt: Eine lange kaum vergütete Ausbildungszeit (5 Jahre), niedrige Bezahlung und immer höhere Anforderungen an die Bildungsarbeit.

Problem Fachkräftemangel

Das Programm "Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher" der Landesregierung lobt die ASF deshalb als "wichtigen Schritt, um eine praxisintegrierte vergütete Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher zu schaffen". Doch zeige die Zahl der Anträge schon jetzt, dass der Bedarf sehr viel höher ist: 700 Anträge stehen 600 bewilligten Förderungen gegenüber. Viele Einrichtungen könnten zudem zusätzliche Stunden für die Ausbildung nicht ohne weitere Maßnahmen verkraften. Kommunen, kirchliche und soziale Träger benötigten deshalb dringend weitere Unterstützung.

Auf schulischer Ebene erachteten die ASF den Ausbau von Ganztagsschulen als notwendig. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass viele Eltern mit der Unterstützung des Lernens zu Hause überfordert seien. Kinder benötigten professionelle Unterstützung - auch für das eigenständige Lernen. Dies könnten Ganztagsschulen gewährleisten. Auch da sei das Land Hessen gefordert.

Die sozialdemokratischen Frauen im Unterbezirk Gießen - so Vorstandsmitglied Gudrun Beekmann-Mathar - fordern deshalb weitere Investitionen in die Bildung auf allen Ebenen.

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