Eine Maske auf einer Tastatur: Wie viele Menschen aus dem Kreis Gießen haben sich im Büro mit dem Coronavirus angesteckt? Antworten liefert das Gesundheitsamt.
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Eine Maske auf einer Tastatur: Wie viele Menschen aus dem Kreis Gießen haben sich im Büro mit dem Coronavirus angesteckt? Antworten liefert das Gesundheitsamt.

Pandemie

Kreis Gießen: Aktuell „mehr als zehn“ Corona-Cluster in Unternehmen

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Dutzende Beschäftigte im Kreis Gießen sind von Infektionsketten betroffen, die das Gesundheitsamt zu ihrem Arbeitgeber zurückverfolgen konnte.

Gießen – Wie stark sind Unternehmen im Kreis Gießen derzeit von Corona-Fällen betroffen? Kürzlich hatte die Leiterin des Fachdiensts Hygiene im Kreisgesundheitsamt, Dr. Anja Hauri, im Gespräch mit dieser Zeitung geäußert, es gebe in jüngster Zeit »deutlich mehr Ausbrüche« in heimischen Betrieben. Konkrete Zahlen dazu nannte sie allerdings nicht.

Nun hat der Landkreis Gießen auf GAZ-Anfrage diese Äußerung konkretisiert: »Dem Gesundheitsamt sind durch die Nachverfolgung von Infektionsketten derzeit in mehr als zehn Fällen Cluster - also zusammenhängende Infektionsketten - in verschiedenen Unternehmen im gesamten Kreisgebiet bekannt. In diesem Zusammenhang gibt es aktuell gut 100 SARS-CoV-2-Fälle, die Beschäftigte dieser Unternehmen betreffen«, so die Auskunft der Kreis-Pressestelle in dieser Woche.

Corona in Unternehmen aus dem Kreis Gießen: Vor allem britische Variante tritt auf

Die Fallzahlen in betroffenen Unternehmen reichten laut Kreis »in den vergangenen Wochen vom einstelligen bis hin zum mittleren zweistelligen Bereich«. Zur Frage, auf welche Kommunen sich dies bezieht, äußerte sich der Kreis nicht, betonte aber, dass nicht alle dieser infizierten Personen im Landkreis Gießen wohnen.

Die Cluster-Fälle träten je nach Sparte unterschiedlich häfig auf: »Betroffen sind vor allem Branchen und Sparten, in denen Beschäftigte nicht auf Distanz und im Homeoffice arbeiten können, sondern aufgrund ihrer Tätigkeit zum Beispiel in der Produktion oder Logistik im Unternehmen anwesend sein müssen und Kontakte entstehen«, so der Kreis. Vor allem durch »die mittlerweile flächendeckend auftretende, hochansteckende britische Virusvariante« erfolgten Ansteckungen rasch und beträfen dann relativ viele Personen. Das Gesundheitsamt nehme in diesem Fall Kontakt mit Unternehmen auf, um etwa Mitarbeiterlisten bestimmter Schichten oder Hygienepläne einzusehen, Infektionsrisiken einzuschätzen »und so rasch Infektionsketten einzugrenzen«.

Kritik am Landkreis Gießen für berichte über Corona in Betrieben

Kritik an Hauris Äußerung und der Einschätzung des Kreises äußert derweil die IHK Gießen-Friedberg: Die Berichterstattung zur Corona-Lage im Kreis, wonach »das Virus derzeit zunehmend in Betrieben grassiere«, sei »bei einigen unserer Mitgliedsunternehmen auf Irritation gestoßen«, so die Kammer. Natürlich komme es auch in Unternehmen zu Ausbrüchen, »allerdings unternehmen Betriebe umfangreiche und aufwendige Hygiene-Anstrengungen, um Ansteckungen vorzubeugen«. Viele Betriebe berichteten, »dass sich dadurch sogar bislang niemand infiziert hat«. Konkrete Zahlen dazu nannte die IHK nicht. Im Landkreis insgesamt waren die Fallzahlen zuletzt rückläufig. (srs/jwr)

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