+

Matthias Meyer klarer Wahlsieger

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
    schließen

Das war deutlich: Mit 55,5 Prozent hat Matthias Meyer (unabhängig) die Stichwahl gewonnen, er wird somit Laubachs neuer Bürgermeister. Den Abstand zum Mitbewerber Björn Erik Ruppel (CDU) hat er gegenüber Runde 1 nochmals ausbauen können.

Matthias, gib gut acht auf die Stadt!" - mit diesen Worten beglückwünschte gestern Abend mit Björn Erik Ruppel ein fairer Verlierer Laubachs künftigen Bürgermeister. Beide hatten kurz vor 20 Uhr den Rathaussaal betreten. Wahlgewinner Matthias Meyer einen Tick früher, angekündigt vom Applaus seiner Unterstützer, die sich im Hof versammelt hatten.

Zu diesem Zeitpunkt freilich war bereits eine gut halbe Stunde verstrichen, seitdem der Sieg des 50-jährigen Ex-Bankers zumindest inoffiziell feststand: Anders als im ersten Durchgang vor zwei Wochen hatte Ruppel bei den Briefwählern - deren Anteil lag gestern mit 1826 Stimmen bei über 40 Prozent (!) - nicht zulegen können. Im Gegenteil, letztes Mal noch 32 Kreuzchen hinten, lag Meyer diesmal 110 vorn. Vor allem die Briefwähler aus den Stadtteilen sprachen sich nun eindeutig für den unabhängigen Kandidaten, unterstützt von Grünen und SPD, aus.

Mit Eingang dieser zuletzt ausgezählten Bezirke ward bestätigt, was sich bereits bei den ersten Resultaten abgezeichnet hatte: Zugewinne allenthalben für Meyer, selbst Ruppels Hochburgen Altenhain und Ruppertsburg gingen jetzt an den Kontrahenten. Einzig Wetterfeld blieb dem CDU-Mann treu - freilich mit einem Vorsprung von nur zwei Stimmen. Am Ende standen für Meyer 55,5 Prozent zu Buche, lag er 485 Stimmen vorn; am Nikolaustag waren es nur 100 Stimmen bzw. 2,3 Prozentpunkte gewesen.

Ein Ergebnis, das in seiner Deutlichkeit auch Meyer überraschte: "Ich freue mich riesig." Von einem Sieg war er aber schon ausgegangen, hatte erwartet, dass sich der Trend aus Runde 1 verstärken werde. Dass er die meisten Kempff-Wähler zu sich rüberziehen konnte, könnte ein Grund seines Erfolgs gewesen sein. Wesentlicher aber sei dies: "Das Ergebnis ist ein deutliches Votum für Veränderung, und dies nehme ich auch als Auftrag mit."

"Wer sich zur Wahl stellt, muss auch mit einer Niederlage rechnen", meinte ein gelassen wirkender Ruppel. Zwar zu früh, um tiefschürfend zu analysieren, schloss er doch nicht aus, seine Eingebundenheit in Laubachs Politikbetrieb möge ein erster Nachteil gewesen sein; obwohl er stets die Sache, nie Parteiideologie zum Maßstab genommen habe. Ein zweiter die Beobachtung, dass der Souverän zunehmend Unabhängige bevorzugt. Für ihn aber wesentlich: "Ich habe mich nicht verbogen." Schloss der 37-Jährige, für den schon bald aufs Neue Wahlkampf ansteht, ist er doch Spitzenkandidat seiner Partei bei der Gemeindewahl im März.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare