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Marcel Schlosser wird neuer Bürgermeister

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Mehr Spannung als so mancher »Tatort« bot der gestrige Sonntagabend, zumindest für die Grünberger. Erst nach einem »ewig« langen Warten auf den letzten, aber mit rund 1100 Stimmen großen Briefwahlbezirk stand fest: CDU-Kandidat Marcel Schlosser hat die Bürgermeisterwahl gewonnen. Mit 51,3 Prozent obsiegte er gegen Frank Ide (FW), dessen Amtszeit damit am 1.

Februar nach 18 Jahren endet.

Gegen 18 Uhr bereits hatten sich gestern erste Besucher im Grünberger Rathaus eingefunden, um hautnah die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl zu verfolgen, die nach und nach von den Wahlvorständen der 17 Urnen- und vier Briefwahlbezirke übermittelt werden sollten.

Sie wie auch die Kandidaten jedoch sollten erst gegen Viertel vor zehn allerletzte Gewissheit erhalten: Nach einer Dreiviertelstunde des nervenaufreibenden Wartens auf das 21. und letzte Ergebnis flimmerte es endlich über die Leinwand: Auch im Briefwahlbezirk I hatte Schlosser die Nase vorn, baute den Vorsprung gar auf 208 Stimmen aus und hatte mit 51,3 Prozent gewonnen.

Beifall im proppenvollen Rathaussaal brandete auf, und bei Grünbergs künftigem Bürgermeister entlud sich all die Spannung, flossen ein paar Tränen der Freude.

Grund für (noch) verhaltene Freude hatte er zu diesem Zeitpunkt schon öfters gehabt. Dass der 31-jährige Verwaltungsfachwirt, Leiter der Stadtkasse des Verwaltungsverbandes Laubach/Lich, seinen Heimatort Beltershain mit 59 Prozent gewinnen würde, überraschte nicht. Dafür umso mehr, dass er in Weickartshain - schon bei der Wahl 2015 wegen des Windparks ein »schwieriges Pflaster« für Ide - 74,3 Prozent einfuhr und gar in drei der vier großen Kernstadt-Bezirke vorne lag. Insgesamt stimmte am Ende in elf von 21 Bezirken die Mehrheit für Schlosser.

Ide hatte bis zur Auszählung der Briefwahlstimmen, immerhin machten die diesmal einen Anteil von gut 40 Prozent aus, noch auf eine Trendwende gehofft. Als aber auch hier der Herausforderer dominierte, habe er realisiert, wohin die Reise geht, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der 59-Jährige, sichtlich angefasst, zeigte sich »verwundert«, welche Wirkung das Setzen auf Stimmungsthemen oder »leere Versprechungen« entfalten könnten. Schade fand er, dass es keine Podiumsdiskussion gab, bei der er seinen Herausforderer hätte fragen können, wie er das Hallenbad und alles andere denn bezahlen wolle. Kritik auch an Schlossers Aussage, für die Abschaffung der Straßenbeiträge zu sein, habe doch die CDU im Vorjahr noch für den Grünberger Weg einer Absenkung gestimmt. Er habe mit einem knappen Ergebnis gerechnet, dass es so gekommen ist, tue ihm leid - »das auch ein bisschen für die Stadt.« Ide schließlich auf die Frage nach seiner Zukunft: »Ich freue mich auf das, was jetzt kommt. Auch wenn ich noch nicht weiß, was es ist.«

Schlosser führte seinen Erfolg vor allem auf seine Ideen für die Zukunft der Großgemeinde Grünbergs zurück. Dies habe offensichtlich nicht nur er in den letzten Jahren vermisst. Dass nach einer 18-jährigen Amtszeit viele Menschen einen Wechsel wünschten, das habe ihm wohl auch in die Karten gespielt. Am Ende betonte der künftige Rathauschef aber noch eines: »Ich habe nichts versprochen, habe nur gesagt: Wir diskutieren das.«

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