ik_Bersrod3_090621_4c_1
+
Der Seerosenteich mit Monet-Brücke ist einer der zahlreichen Blickfänge im Kunst- und Naturgarten von Christel und Manfred Wagner in Reiskirchen-Bersrod.

Lust auf Garten

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
    schließen

Menschen mit »grünem Daumen« zeigen gern ihre Schätze. Auf die »Offene Gartenpforte« müssen sie in diesem Jahr aber verzichten - fast. Am Samstag und Sonntag zeigen einige Gartenbesitzer aus dem Gießener Land ihre grünen Paradiese digital.

Das Kleinod am Rande von Queckborn, die Quelle der Inspiration hoch über den Dächern von Lich, das versteckte Naturgarten-Idyll in Bersrod oder der malerische Rosen- und Staudengarten in Lützellinden: Ausgerechnet jetzt, wenn die Gärten dank ergiebiger Regenfälle der vergangenen Tage in voller Blüte stehen und vor sattem Grün nur so strotzen, da bleibt Pflanzenfreunden die ursprünglich für das kommende Wochenende angekündigte Möglichkeit zur Stippvisite in Privatanwesen versagt. Auch vier Gärten im Gießener Land hatten ihre Teilnahme angemeldet. Doch die »Offene Gartenpforte Hessen« muss als »Vor Ort«-Veranstaltung coronabedingt abgesagt werden.

Doch stattdessen wird interessierten Gartenfreunden am kommenden Samstag und Sonntag (12./13. Juni) ein digitaler Einblick in die diesjährigen und auch in die Teilnehmergärten der Vorjahre ermöglicht. Im Internet wurde unter www.offene-gartenpforte-hessen.de bereits vor wenigen Tagen eine erweiterte Bildergalerie eröffnet. Kurzbeschreibungen von insgesamt 45 hessischen Privatgärten wurden mithilfe von deren Besitzer um zahlreiche Fotos, Videosequenzen und Beschreibungen erweitert, sodass bis Ende August die Gärten zumindest virtuell »durchwandert« und erlebt werden können.

Gartenbesitzer wie Christel und Manfred Wagner, deren grünes Paradies in Bersrod 2014 von den Zuschauern des Hessen-Fernsehens mit der Auszeichnung »Schönster Garten Hessens« geadelt wurde, bedauern zwar die Absage - doch Sicherheit gehe schließlich vor. »Die vielen Auflagen zu den Hygienemaßnahmen wären nicht umzusetzen«, sind sich die Wagners einig. Dabei wären in ihrem Kunst- und Naturgarten sowohl »Wiederholungstäter« als auch Neulinge unter den Besuchern abermals auf ihre Kosten gekommen. »Corona-Objekte« nennt der 73-Jährige all das, was seine drei Jahre jüngere Ehefrau und er in liebevoller Detailarbeit in den vergangenen Monaten zusammengetragen und in ihrer rund 1000 Quadratmeter großen Oase arrangiert haben.

Besonders stolz ist Wagner auf den überdimensionalen doppelten Rosenbogen, an dem sich inzwischen eine üppig wachsende Ramblerrose mit Hunderten (noch geschlossenen) Blüten entlangrankt: »Das habe ich aus den Eisenreifen einer alten Sämaschine aus Saasen schmieden lassen«, sagt er. Auch der in den Siebzigern entstandene Teepavillon ist um ein Detail reicher: Ein zunächst nahezu unscheinbares schmales Bleiglasfenster, 2019 auf dem Flohmarkt im Schlosspark Sickendorf erworben, hat Wagner sorgfältig aufgearbeitet und in den Holzbau eingelassen. Spiegelt sich die Sonne darin, ergeben sich ebenso bunte Lichtblicke wie bei einem Kunstobjekt aus Flaschen, das neuerdings eine der vielen kuscheligen Sitzecken bereichert. Da gibt’s eine Menge zu tun, sollte man meinen. Wagner ist entspannt und lacht: »Ich gehe in den Garten, wenn ich Lust dazu habe. Dann ist es keine Arbeit.«

Spaziergänge durch schöne Gärten, anregende Gespräche mit deren Besitzern, mit Tipps und Ideen, die im eigenen Garten neue Akzente setzen könnten: Die Hoffnung bleibt, dies zumindest am 11./12. Juni 2022 wieder »vor Ort« und in gewohnter Form anbieten zu können. Passionierte Hobbygärtner können sich jedenfalls bereits ab Montag für die Teilnahme an der »Offenen Gartenpforte« im genannten Online-Portal melden.

Christel und Manfred Wagner werden bis zum nächsten Frühsommer vermutlich etliche weitere Details zusammentragen für »Gartenhungrige« - bei der letzten Präsenzveranstaltung gaben sich rund 300 Besucher an zwei Tagen die Gartenpforte in die Hand.

Die »Digitale Gartenpforte 2021« im Gießener Land öffnen Thomas Schmidt und Beata Bock in Queckborn (Garten mit Säulen und Trockenmauern), Heidrun und Claus Müller in Lich (Hanggarten im englischen Stil), Elke Koch-Michel in Lützellinden (Rosen- und Staudengarten) sowie die Wagners in Bersrod (Kunst- und Naturgarten).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare