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Lückenschluss für R 7

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Dass er das noch erleben durfte: Stadtrat Otto Klockemann erinnert sich noch genau, wie 70 Göbelnröder vor 30 Jahren gen Grünberg strampelten, um für einen Radweg in ihr Dorf zu demonstrieren. 30 Jahre später aber ist es nun soweit: Gestern wurde die neue Verbindung offiziell freigegeben (Foto). Und Klockemann war dabei.

Bürgermeister Frank Ide griff die Vorgeschichte und alte Forderung der Göbelnröder auf. Die hatten wiederholt auf die Gefährdung der Radfahrer verwiesen, die die Kreisstraße nutzten, da sie den sehr abseits gelegenen Feldweg jenseits der Bahnlinie mieden. Folgende Diskussion über die Trassenführung - direkt an der Straße und so mit sozialer Kontrolle oder entlang der Bahnlinie? - erübrigte sich zunächst: 2013 erschien der Parlamentsmehrheit der Eigenanteil der Stadt bei Kosten von 630 000 Euro zu hoch.

Mehrheit erst im zweiten Anlauf

Vor zwei Jahren jedoch stand die Mehrheit, der Beschluss für den Ausbau entlang der Bahn. Wie Ide beobachtet hat, war spätestens da der gesellschaftliche Bewusstseinswandel, der durch die E-Bikes verstärkte Trend zum Rad auch bei Grünbergs Stadtverordneten angekommen. Unterstützt werde der noch durch den Ausbau der Infrastruktur.

Ide hoffte gestern, neben den eher touristisch genutzten Verbindungen werde endlich auch der Radweg an der B 49 nach Mücke realisiert. Der sei gerade für in Grünberg Berufstätige interessant. Und mit einem Augenzwinkern: "Dann ist unsere Bauamtsleiterin noch früher an der Arbeit".

Ottfried Heineck (Büro Ohlsen) zufolge stellten sich bei dem Projekt einige "planerische Herausforderungen". Etwa die Nähe zur Bahn, was die Schaffung des Baurechts verzögerte. Oder die Abstimmung mit Anliegern und Landwirten, galt es doch Feldwege und Gärten niveaugleich anzubinden. Letzteres resultierte aus einer am Ende vorteilhaften Planänderung: Indem man die Asphaltdeckschicht doch auf die alte Trasse aufbaute, konnte die Entsorgung des aufgefüllten Materials gespart werden. Das und die Ausschreibung nach der Hochpreisphase drückte die Baukosten von zuvor freilich nur geschätzten 800 000 auf 600 000 Euro brutto, ohne Nebenkosten und bei einem 70-Prozent-Zuschuss vom Land. Mit Fertigstellung des 2,5 km langen Radwegs einher geht ein weiterer Lückenschluss auf dem R 7, der somit nicht mehr über die Kreisstraße oder einen Feldweg führt. Dank des Freischnitts entlang der Bahn sei auch die soziale Kontrolle gewährt, sei nochmals Klocke-mann zitiert. Aber wie war das eigentlich mit Fahrraddemo? So recht Gehör habe man beim damaligen Rathauschef nicht gefunden, sagte der Stadtrat, auch habe der auf das Scheitern des Landerwerbs an der Kreisstraße verwiesen. "Sei’s drum, jetzt ist ja alles im grünen Bereich." tb/Foto: tb

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