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Instagram, WhatsApp oder Zocken auf dem Rechner – es gibt einiges, was Kinder heutzutage scheinbar lieber machen als in der Natur zu spielen. Das mag auch einer der Gründe sein, warum es für Pfadfindervereine immer schwieriger wird, neue Mitglieder zu werben. Sind solche Vereine deswegen überholt? Mitnichten, sagt Udo Schnepp.

Instagram, WhatsApp oder Zocken auf dem Rechner – es gibt einiges, was Kinder heutzutage scheinbar lieber machen als in der Natur zu spielen. Das mag auch einer der Gründe sein, warum es für Pfadfindervereine immer schwieriger wird, neue Mitglieder zu werben. Sind solche Vereine deswegen überholt? Mitnichten, sagt Udo Schnepp.

Schnepp leitet eine der Gruppen im Pfadfinderverein der evangelischen Kirchengemeinde Lollar. Heute feiert der Verein sein 40-jähriges Bestehen. Einst wurde er mit dem Ziel gegründet, die Jugendarbeit im Ort zu fördern – eine Aufgabe, die der Verein auch heute noch verfolgt. So erziehen sich die Jugendlichen unter dem Motto "Jugend leitet Jugend" selbst, auch wenn die Zahlen der Neumitglieder den Trend bestätigen, also fast jährlich sinken.

Aktuell sind es in Lollar rund 80 Pfadfinder, davon sind 25 "Wölflinge" (Kinder zwischen 7 und 12 Jahren), vier in der "Gilde" (15–18 Jahre) und etwas mehr als 50 "Ranger" und "Rover" (ab 18 Jahre). Früher waren es deutlich mehr.

Schnepp betreut die Gruppe der Wölflinge, die sogenannte "Pfadfindermeute". Er sagt, die Freizeitgestaltung der Kinder habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Es ist allerdings nicht nur so, dass sich viele lieber stundenlang mit Handy, Laptop oder Spielkonsole die Zeit vertreiben, es gebe noch einen anderen Grund, warum die Anmeldungen auch bei den Pfadfindern zurückgehen: "Die meisten haben schon im frühen Alter ein so volles Programm, dass wenig Zeit für andere Aktivitäten bleibt."

In den vergangenen Jahren kamen im Schnitt jährlich fünf bis sechs neue "Wölflinge" dazu. Für die jungen Pfadfinder geht es um spielerische Dinge, Gelände und Natur erkunden. Im Vordergrund stehen für Schnepp die Gemeinschaft und das soziale Miteinander, aber auch das Verhalten in und gegenüber der Natur.

"Bei uns lernen die Kinder vor allem, wie man sich in einer Gruppe verhält und dabei Spaß hat. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist schon was besonderes", sagt Schnepp. "Außerdem nimmt man so die Welt um sich herum ganz anders wahr." Um das zu gewährleisten, dürfen etwa elektronische Geräte bei den Ausflügen und Freizeiten nur von den Gruppenleitern für Notfälle genutzt werden, denn "die stören die Gemeinschaft und hemmen die Abenteuerlust." Zusätzlich folge der Verein den Prinzipien des selbstständigen und verantwortlichen Handelns – etwas, was man woanders kaum besser lernen könne.

Der christliche Hintergrund des Vereins spielt durchaus eine Rolle, jedoch seien alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeder nationalen, religiösen, ethnischen oder sozialen Zugehörigkeit herzlich willkommen, sagt Schnepp.

Wer Interesse an der Pfadfinderei hat, kann am heutigen Samstag beim Jubiläumsfest vorbeischauen. Der "Sommernachtstraum" beginnt um 17.30 Uhr im Pfarrgarten bzw. dem Gemeindesaal der evangelischen Kirche. Auf dem Programm stehen ein Gottesdienst, eine Dia-Show und ein Abend bei gemeinschaftlicher Atmosphäre.

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