Zukunft der Beratungsstelle gesichert

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Lollar(jwr). Fragen zu Sozialleistungen und Mietrecht, Hilfe bei Anträgen und Bewerbungen, Vermittlung von Anlaufstellen, Beratung bei Problemen im Alltag auf Deutsch, Türkisch oder Russisch, Nachhilfeunterricht - das und mehr bietet die Beratungsstelle in den Räumen des Lollarer Jugendzentrums an.

Betrieben wird sie seit knapp elf Jahren vom Förderverein Aktive Nachbarschaften Lollar (FAN) in Kooperation mit der Stadt und Bildungsträgern. Ohne Bundesmittel würde es diese für viele Zugewanderte wichtige Anlaufstelle wohl nicht geben: Im Rahmen des Programms "Soziale Stadt", an dem Lollar seit etwa 15 Jahren teilnimmt, wird das Angebot bislang zu 75 Prozent gefördert, jährlich mit rund 13 000 Euro. Den Rest übernimmt die Kommune.

Nun stand die Zukunft auf der Kippe. Die Förderung für Lollar ist im Juli ausgelaufen. "Die Nichtfortsetzung wäre für uns ein Drama gewesen, wir hätten die Leute abweisen müssen", äußert sich die Lollarer Integrationsbeauftragte Carolin Müller. Doch so weit kam es nicht: Der Landkreis springt ab sofort ein, übernimmt künftig den Bundesanteil. Am Mittwoch haben die Projektbeteiligten in der Beratungsstelle den Zuwendungsvertrag unterschrieben und damit die Zukunft der Migrationsberatung gesichert.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek dankte dem Kreis und verwies darauf, dass die Beratung für Menschen in prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen nicht nur von Lollarern, sondern etwa auch von Menschen aus Linden und Lich genutzt werde. Wahrgenommen werde sie auch von EU-Bürgern, etwa aus Rumänien und Bulgarien, hieß es beim Ortstermin.

"Das Engagement der Stadt Lollar war uns wichtig", sagte Landrätin Anita Schneider. Integration bedeute, gleiche Teilhabe für alle am politischen und sozialen Leben zu ermöglichen - und dazu trage das Lollarer Angebot als Anlaufpunkt wesentlich bei.

Dass Lollar nun auf die Bundesförderung verzichten müsse, sei schade und "nicht nachvollziehbar", so Schneider. Es brauche "bleibende Infrastruktur". Der Kreis sei nun eingesprungen, "aber das können wir ja nicht immer machen".

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