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Zu Fuß von der Lahn bis an die Ahr

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Karin Rühl und Daniel Mandler wandern nach Ahrweiler. bf © Red

Lollar/Grünberg (nal). 1250 Euro sind das Ergebnis einer Benefizwanderung über 154 Kilometer von der Lahnbrücke in Odenhausen bis zum Marktplatz in Ahrweiler für die dortigen Hochwasseropfer. Daniel Mandler aus Odenhausen/Lahn und Karin Rühl aus Grünberg waren für den guten Zweck zu Fuß unterwegs.

Unvorstellbare Wassermassen waren in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 in der Region Trier und dem Ahrtal in der Eifel niedergegangen. Bereits mehrfach war der Odenhäuser Mandler zu Arbeitseinsätzen in der Altstadt von Ahrweiler und half einer dreiköpfigen Familie bei der Sanierung ihres Hauses. Nun ein halbes Jahr nach der Flutkatastrophe wollte der 41-Jährige dieses Ereignis in Erinnerung rufen, geht doch der Aufbau in der Katastrophenregion eher schleppend voran, herrschen immer noch unbeschreibbare Zustände, wie er erzählte.

Um 0.01 Uhr begann die Benefizwanderung in Odenhausen, wo die Quecksilbersäule ein Grad zeigte. Aus Rennerod im Westerwald hatten Freude bereits Schneefotos übermittelt, um den Wanderern zu zeigen, was sie im Westerwald erwartet. Doch nicht nur dort, sondern bereits im Krofdorfer Forst gab es erste Schwierigkeiten, war der Boden schlammig. Je höher es dann in Richtung Westerwald ging, desto gefrorener und glatter war der Untergrund. Dies führte dazu, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte.

Zehn Stunden länger als ursprünglich geplant dauerte es, bis die Wanderer das Ziel erreichten. Nässe, Schlamm und Schnee, aber auch die lange Dunkelheit bei der Durchquerung der Wälder machten den Wanderern einen Strich durch die Rechnung. Während Rühl nach 42 Stunden und 27 Minuten das Ziel erreichte, musste Mandler nach 142 Kilometern kurz hinter Bad Bodendorf mit Blasen an den Füßen aufgeben.

Nur Rheinfähre verschafft Pause

Ab Verscheid stieß für 35 Kilometer mit Helena Rühl aus Niedernhausen die Tochter von Karin Rühl dazu und begleitete die Benefizwanderer. Einzig die Rheinfähre von Linz nach Kripp verschaffte einige Minuten Ruhepause für die stark strapazierten Füße. »In Ahrweiler waren wir sehr ergriffen, überall Leute, die an ihren Häusern arbeiten«, schildert Rühl ihre Eindrücke.

Mitglieder aus der privaten Obdachlosengruppe Markus und seine Freunde auf der Straße aus Gießen sorgten ebenso wie Freunde der Wanderer auf dem Weg für stärkende Verpflegung.

Nicht nur für die Flutopfer, sondern auch die Obdachlosenhilfe konnte durch den Kauf von Einkaufsgutscheinen beim Lagerverkauf Freilinger in Gießen die Benefizwanderung unterstützt werden. Flutopfer und Obdachlose mit einer Aktion unterstützen, das war der Ursprungsgedanke von Daniel Mandler für dieses Vorhaben.

Die Benefizwanderung wurde auf sozialen Medien vielfach verfolgt und 20 Spender hatten bis zum Mittwochabend 1250 Euro eingezahlt. Wer die Aktion auch im Nachhinein und Flutopfer unterstützen will, der kann weiterhin das Spendenkonto des Vereins Hoffnungswerk nutzen, Verwendungszweck »Spendenwanderung 14.01.2022«, Konto DE12 5765 0010 0098 0781 99.

Etwas eigennützig kam dabei noch hinzu, dass diese Wanderung für einen guten Zweck auch als Vorbereitung für die Teilnahme an zwei Extremwanderungen von Mandler und Rühl in diesem Jahr genutzt werden sollte. Im Juni nehmen beide am Wanderevent Willingen-Diemelsee-Korbach und im Oktober dann am Megamarsch in Frankfurt teil.

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