Beim "Winterzauber-Markt" gibt es für Groß und Klein jede Menge zu entdecken. FOTO: VH
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Beim "Winterzauber-Markt" gibt es für Groß und Klein jede Menge zu entdecken. FOTO: VH

Winterzauber auf dem Kirchberg

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Wer bisher dachte, ein Türstopper müsste keilförmig sein, aus Holz oder Plastik, konnte am Samstagnachmittag etwas hinzu lernen. Aufmerksame Besucher, die den dritten "Winterzauber-Markt" auf dem Kirchberg bei Ruttershausen erkundeten, standen wartend vor Inges Laden in einer "Corona-Schlange" - linkerhand Auge in Auge mit allerlei Stofftieren. Das oben auf dem Präsentatiosregal stehende Schildchen "Türstopper" machte den ein oder anderen zunächst etwas ratlos. Doch ein beherzter Griff und tatsächlich: Dieser Frosch hatte ordentlich Gewicht. Innen befindliches Füllgranulat sorgt für genügend Standfestigkeit.

Das weitläufige Gelände vor der Kirche und auf dem Hof offerierte in der Mehrzahl die originellen Dinge, die das Leben lebenswerter machen und möglicherweise - wie der Frosch - noch eine nützliche Funktion haben. Die durch Corona gebeutelten Aussteller kamen aus einem weitem Umfeld, die Besucher ebenfalls. Die Nachbarschaft zur Bundesstraße B3 ist ein Glücksfall, das Kirchberggelände ohnehin ein Ort wie aus Tausendundeinernacht.

Leuchtende Kinderaugen und kein Sattsehen gab es am Stand von Inga Grahl (Wettenberg) und Stefanie Flauger (Gießen). Schuld daran waren die fantastischen Puppen. Einige dösten gar faul auf einem Schaffell im Weidenkorb.

Grahl berichtet: "Es ist richtig gut gelaufen. Die Leute haben es alle genossen". Eben dies bestätigen die quasi Empfangsdamen Conny Vogler und Tonia Weyl am schmiedeisernen Eingangstor zum Kirchenvorplatz. Hier gab man sein Besucherformular ab und erhielt einen Knopf. Anhand der ausgegebenen Knöpfe wurde sichergestellt, dass nicht mehr Besucher als erlaubt hindurch gingen. Alle Ankömmlinge hätten sich gefreut. Kontinuierlich seien Leute gekommen.

Links neben der Eingangstür zur Kirche war es windgeschützt. Hier warten Karin Koller (Marburg) und Wolfgang Frank (Wettenberg). Zum Marktende hin wurde es hier schummerig, und Kollers handgemachte Wichtel grinsten im Schein von Franks Öllampen aus Obstbaumholz um die Wette. Die Besucher waren fasziniert. Einmal rechts um die Kirche herum,standen auf der Umfriedungsmauer wiederum allerlei Tiere: Erdmännchen, Hühner, eine Ziege - bemaltes Metall und äußerst dekorativ.

Die Steintreppe vorsichtig in den Hof hinab führte der Rundgang zu Carina Reiß aus Biedenkopf-Breidenstein. Rund ein Dutzend Märkte stehen bei ihr normalerweise im Terminkalender. Als Mitveranstalterin des WerkArt-Marktes im Frühjahr auf der Carlshütte in Dautphetal hatte sie den Frust miterlebt, was es bedeutet, wenn eine lange Vorbereitung schuldlos den Bach hinuntergeht.

Der Winterzauber war nun der einzige Markt, den sie 2020 beschickt hat. Ihr ist wichtig, "dass die Leute etwas Schönes sehen". Sie habe mit Erstaunen beobachtet, dass Besucher einerseits Spaß hatten, andererseits aber trotzdem Obacht gaben. Hier seien die Corona-Regeln sorgsamer beachtet worden als im Supermarkt. Reiß: "Ich bin positiv geflasht".

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