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Die Drainage unter dem Tennenplatz Salzböden ist unbrauchbar geworden.

Was wird aus dem Tennenplatz?

  • VonVolker Heller
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Lollar (vh). Weiterhin unsicher ist die Zukunft des Tennenplatzes des Sportvereins Rot-Weiß-Grün 1960 Salzböden. Der städtische Bauausschuss diskutierte jetzt erneut darüber. SV-Vorsitzender Reiner Hepp erhielt sogar Rederecht. Argumente wurden ausgetauscht. Einen Beschluss gab es diesmal aber nicht.

Ob das Stadtparlament am Donnerstag nächster Woche, 9. September, nun endgültig entscheidet oder den Beschluss noch einmal verschiebt, ist derweil unklar. Jedenfalls ist die Angelegenheit komplexer als zunächst gedacht.

Verein lehnt kleinere Fläche ab

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek meinte, anfangs habe man nur von einer »kleinen Lösung« geredet. Dann sei ständig etwas hinzugekommen, etwa eine Drainage, die Bewässerung oder ein Zaun.

Der Tennenplatz besteht aus einem steinigen Granulat, sodass Regenwasser eigentlich versickern sollte. Weil der Untergrund mittlerweile stark verdichtet ist, die Drainage hinüber, bilden sich größere Pfützen. Der Platz ist dann unbespielbar. Der Sportverein hat sich für Naturrasen ausgesprochen.

Dann wurde ein Unternehmen ohne Spezialkenntnisse im Naturrasenbau für die weitere Planung beauftragt. Demnach würde der Umbau eine halbe Million Euro kosten. Die jährliche Unterhaltung wurde mit 43 000 Euro beziffert. Finanzmittel für den Bau über 266 000 Euro hatte die Stadt bereits in den Haushalt 2020 eingestellt. Den Restbetrag, 234 000 Euro, müsste der künftige Haushalt 2022 aufweisen. Ob in diesen Beträgen abzuziehende Fördermittel enthalten sind, konnte im Bauausschuss nicht geklärt werden.

Der Verein würde am liebsten die Standard-Platzgröße von 90 mal 60 Meter beibehalten. Alternativ wären 90 mal 55 Meter denkbar. Im Verein wird überwiegend Fußball gespielt. Es gebe 80 Kinder und Jugendliche sowie 40 Senioren, sagte Hepp. Die 1. und 2. Seniorenmannschaft der SG Salzböde-Lahn nutzt den Rasenplatz in Odenhausen. Die SG ist ein eigenständiger Verein und hat die Pflege des Odenhausener Platzes übernommen. In Odenhausen gibt es keine Fußballmannschaft mehr.

Norman Speier (SPD) stellte klar, ein Rasenplatz komme für seine Fraktion unter keinen Umständen in Frage, weil die Platzbewässerung, besonders in heißen Sommern, technisch nicht sinnvoll machbar und wirtschaftlich sei. »Das wäre Geld verprellt, ein Schildbürgerstreich.« Hepp meinte, es gebe Rasensorten, die hitzebeständig seien. Ein Änderungsantrag der SPD sah nun vor, den Tennenplatz lediglich zu einem Jugendfußballspielfeld mit höchstens 70 mal 50 Meter auszubauen.

Auf der Restfläche solle ein Aktivpark als Begegnungsstätte der Bevölkerung entstehen. Die finanzielle Obergrenze für beide Komponenten solle 270 000 Euro sein. Cornelia Maykemper (FDP) stimmte diesem Vorschlag zu, insbesondere dem zusätzlichen Aktivpark. Tobias Bräunchen (CDU) war auch die kleine Variante noch zu teuer. Hepp gab zu verstehen, der Verein lehne diese Verkleinerung ab. Gleichwohl man den Odenhausener Platz nutze, bleibe Salzböden die Heimstätte der Fußballer.

Würde der Tennenplatz wesentlich verkleinert werden, bestünde die Gefahr, dass der Verein ausblute, so Hepp. Er schlug vor, die bisherige Planung durch ein fachkundiges Büro zu überarbeiten. Speier gab zu bedenken, das koste zusätzliches Geld, welches nachher für den Bau fehle.

Auch Wieczorek lehnte einen neuen Planer ab. Die im jetzigen Plan aufgeführten Module seien Einheitspreise. Daran ändere ein neuer Planer nichts. Bis zur Parlamentssitzung soll geklärt werden, welche Rasensorten es gibt, welcher Belag außer Naturrasen (auch Kunstrasen) in Frage käme und wie hoch der Finanzaufwand ohne die Fördermittel wäre.

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