sued_Goertz985_120921_4c
+
Sven Görtz begeistert sein Publikum mit Songs von Bob Dylan.

Von einem, der Zeitloses schreibt

  • VonVolker Heller
    schließen

Lollar (vh). Beim vierten Anlauf hat es geklappt mit dem Gesprächskonzert von Sven Görtz über Bob Dylan. Im Rahmen des Mittelhessischen Kultursommers trafen jetzt erwartungsfrohe Dylan-Fans in der Aula der Clemens-Brentano-Europaschule auf einen tatkräftigen Dylan-Verehrer.

Zunächst erläuterte Thonas Zwerina vom Mediotheks-Team, »wie Bob Dylan zu mir kam«. Zu seinen Studienzeiten in Marburg hätten sich die WG-Mitbewohner über eine Schallplatte mit einem Lied von fast 17 Minuten Spieldauer belustigt. Sehr lange Zeit danach habe ihm seine Ehefrau die CD »Oh Mercy« geschenkt. Dylans Texte seien überwiegend zeitlos, so Zwerina.

Görtz hat von den 400 bis 500 Dylan-Songs an diesem Abend 16 mitgebracht. Er bedient eine Akustikgitarre mit Tonabnehmer und eine E-Gitarre sowie verschiedene Mundharmonikas. Mit »Don’t Think Twice« macht Görtz den Einstieg, sagt, er bringe bekannte Songs und Überraschungen. Bei den Mundharmonikas müsse er aufpassen, »jede passt nur zu ihrer Tonart«.

Folk und Blues sei Dylan im Grunde treu geblieben. Er habe »immer wieder neue Kostüme darüber gestülpt«. Verändert hätten aber die Schattierungen seiner Stimme. Mit seiner Singstimme arbeitet auch der Künstler dieses Abends und gestaltet somit die unterschiedlichen Songs.

Beeinflusst von drei Büchern

Gleichwohl bleibt er bei Sachen, die verstörend oder rätselhaft sind, hinter seinem Vorbild zurück. Dylan passt in kein Schema rein. Ob er vom Judentum zum Christentum konvertiert, davon spricht, ihn hätten drei Bücher - »Moby Dick«, »Im Westen nichts Neues« und »Die Odyssee« - beim Song schreiben beeinflusst, er seine Band »The Band« nannte oder seine Abwesenheit bei der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2016.

Görtz bringt unter anderem »Like A Rolling Stone«, »Slow Train coming«, »Just like a Woman«, »The Lonesome Death Of Hattie Carroll«, »Blowin’ in the Wind«, »She belongs to me«, »I shall be released« oder »I and I«. Die Zugaben: »Mr. Tambourine Man«, »Knockin’ on Heaven’s Door«.

Nächster Termin in der Mediothek: Crime Time am 24. September, 20 Uhr, Sabine Weiß liest »Tödliche See«.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare