Viele offene Fragen zum Waldfriedhof

  • Jonas Wissner
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Lollar(jwr). Die mögliche Einrichtung eines Waldfriedhofs zwischen der Bundesstraße 3 und dem Hofgut Friedelhausen beschäftigt die Lollarer Kommunalpolitik weiter. Der Bauausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung einen Vortrag zum Thema zur Kenntnis genommen und anschließend die Einrichtung eines Bestattungswaldes auf dem Privatgelände dem Parlament grundsätzlich empfohlen. Es gab indes noch offene Fragen, z. B. zu Kosten für die Kommune.

In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurden nun noch einmal Zweifel an der Tragfähigkeit des Konzepts vorgetragen, vor allem von der CDU. Bereits vor Jahren sei über Baumbestattungen im Stadtwald diskutiert worden, sagte Rüdiger Pohl (CDU). "Das Ergebnis war, dass die Friedhöfe nicht ausgelastet sind und wir mehr Bestattungsflächen vorhalten, als wir benötigen", so Pohl weiter. Lollar verfüge über immerhin rund 480 Hektar eigenen Wald und die Frage sei auch, ob dort eine Begräbnisstätte eingerichtet werden könnte, so der Ex-Revierförster. Auch habe man in der Präsentation von Franz Freiherr von Rotenhan konkrete Kostenbeispiele vermisst. Aus Pohls Sicht ist außerdem unklar, was eine private Trägerschaft des Waldfriedhofs für die Kommune bedeuten würde, ferner sei der Bedarf an dortigen Bestattungsplätzen unbekannt. Pohl: "Wenn unsere Friedhöfe nicht genutzt werden, müssen wir irgendwann auch über die Gebührenordnung sprechen." Was den Waldfriedhof betreffe, sehe er derzeit nur "einen Kringel auf der Karte". Bevor ein grundsätzliches Votum für die Anlage getroffen werden könne, sei eine Inaugenscheinnahme des angedachten Standorts nötig, sagte Pohl.

Nach einer Sitzungsunterbrechung stimmte das Parlament einstimmig für den CDU-Antrag, das Thema vorerst in den Haupt- und Finanzausschuss zu verweisen. Ein Grundsatzbeschluss für die Anlage wurde, anders als vom Ausschuss empfohlen, vorerst nicht gefasst.

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