Die Forst-Experten erläutern auf einer einen Hektar großen Schadensfläche die verschiedenen Wiederaufforstungsmöglichkeiten. Hier standen einmal Fichten, im Hintergrund die Restbestände der abgestorbenen Bäume. FOTO: VH
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Die Forst-Experten erläutern auf einer einen Hektar großen Schadensfläche die verschiedenen Wiederaufforstungsmöglichkeiten. Hier standen einmal Fichten, im Hintergrund die Restbestände der abgestorbenen Bäume. FOTO: VH

Varianten für Neuanpflanzung

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Förster Udo Steiger hat das Revier Salzböden (Staatswald sowie Stadtwald Lollar) von seinem Vorgänger Rüdiger Pohl (Pensionär) übernommen. Kaum ist Steiger im neuen Revier angekommen, lud er die Magistratsmitglieder und Fraktionsvorsitzenden der politischen Parteien zur Waldexkursion ein. Treffpunkt war die Grillhütte Ruttershausen. Die angepeilten zwei Stunden Dauer verdoppelten sich fast. Steiger und sein Kollege im Vorbereitungsdienst, Maximilian Keppeler, bemühten jede Menge Fachwissen.

Schäden aufgezeigt

Steiger wollte an vier ausgewählten Standorten Schäden aufzeigen, es ging um Kalamitätsflächen und Lösungsmöglichkeiten für eine Wiederbewaldung.

Durch die aufeinanderfolgenden Trockenjahre seit 2018 zeigten sich Waldschäden. Augenscheinlich ist das bei der Fichte, denn der Borkenkäfer frisst sich durch ganz Europa. Wie also sollte der Wald aufgebaut sein, wenn die Trockenheit zu einem Dauerereignis werden würde? Das sehr spezielle Miteinander von jugendlichen Waldbäumen und ihrer Begleitflora zeigte sich auf der ersten Beispielfläche, der Abteilung 62 B1, ein Stück Staatswald.

Die jetzige Freifläche misst einen Hektar und wurde dieses Frühjahr aufgearbeitet. Vom Waldboden ist nicht viel zu sehen, da Himbeere und Brombeere sich anschicken, den Bereich zu überwuchern. Vereinzelt sprießt Naturverjüngung daraus hervor, allerdings Laubbäumchen. Aus Fichtensamen, der im Boden liege, würden später kleine Fichten hinzukommen. Aus seinen Unterlagen erkannte Steiger, dass sowohl die Nährstoffe im Boden als auch die Wasserversorgung so gut seien, dass viele Baumarten hier wohl die Chance hätten, 100 Jahre alt zu werden, die Fichte allerdings nicht.

Keppeler erläuterte denkbare Varianten. Zunächst würde die Fläche maschinell mit einem Räumrechen grob gesäubert, das Restholz mit einem Mulcher zerkleinert damit kein Mäusehabitat entstehe. Pflanzen in dem Himbeer-, Brombeer- und Ästedurcheinander wäre ohnehin sinnlos.

Varianten für eine Neuanpflanzung wären reines Laubholz mit Traubeneiche/Hainbuche, Mischbestand (Bergahorn/Douglasie) oder nur Nadelholz (Douglasie). Zum Weg hin gebe es einen Fünf-Meter-Streifen für eine natürliche Hecke und Kirschbäume als Waldrand. Ein Hordengatter aus Holz müsste gebaut werden, das zehn Jahre lang die Fläche vor Wildverbiss schützen soll.

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