Einer von etlichen Unfällen auf demselben Streckenabschnitt: Mitte März 2019 verlor der Fahrer dieses Twingo die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte mit einem Golf zusammen. Beide Fahrer wurden verletzt. 		ARCHIVFOTO: CON
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Einer von etlichen Unfällen auf demselben Streckenabschnitt: Mitte März 2019 verlor der Fahrer dieses Twingo die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte mit einem Golf zusammen. Beide Fahrer wurden verletzt. ARCHIVFOTO: CON

Immer wieder Unfälle

Unfallschwerpunkt am Gießener Nordkreuz - Jetzt handelt Hessen Mobil

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Zwischen dem Gießener Nordkreuz und Staufenberg hat sich ein Unfallschwerpunkt entwickelt. 2018 gab es 23 Unfälle, 2019 sogar 34.

Diesen Weg kennen die Feuerwehrleute aus Lollar fast schon im Schlaf: Regelmäßig werden sie zu Einsätzen rund um das Gießener Nordkreuz und auf die Bundesstraße 3 gerufen. Am 21. Juni etwa hatte sich ein Anhänger überschlagen - und war auf dem Dach des darauf befestigten Pkws zum liegen gekommen. Am 10. Mai und 28. April rückte die Feuerwehr zu Fahrzeugen aus, die von der Straße abgekommen waren.

Am 15. März 2019 kam es gar zu zwei Unfällen innerhalb von 24 Stunden: Zunächst hatte ein 27-jähriger Gießener die Kontrolle über seinen Dacia beim Auffahren auf die B 3 in Richtung Staufenberg die Kontrolle verloren. Der Wagen überschlug sich, der Mann wurde leicht verletzt. Tags drauf verlor an derselben Stelle ein 44-Jähriger die Kontrolle über seinen Twingo und prallte mit einem VW Golf zusammen. Beide Fahrer wurden verletzt, die Freiwillige Feuerwehr musste einmal mehr zur Hilfe eilen.

Unfallschwerpunkt bei Gießen: 26 Verletzte gezählt

Eine zufällige statistische Häufung? Nein. Auch bei der Gießener Polizei hat man beobachtet, dass sich in dem Bereich ein Unfallschwerpunkt entwickelt hat. 2018 wurden 23 Unfälle, 2019 bereits 34 Unfälle verzeichnet. Dabei »gab es insgesamt 26 Verletzte, davon vier Schwerverletzte und 22 Leichtverletzte«, sagt Pressesprecherin Sabine Richter.

In den vergangenen Monaten habe sich der Anstieg der Unfallzahlen zwar nicht weiter fortgesetzt. »Dies könnte damit zusammenhängen, dass aufgrund der Pandemie das Verkehrsaufkommen für einige Wochen geringer als in den Jahren zuvor war«, teilt die Polizei mit.

Um Möglichkeiten zu prüfen, wie sich der Unfallschwerpunkt entschärfen lässt, wurden vonseiten der Polizei Gespräche mit der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil geführt.

Unfallschwerpunkt bei Gießen: Fahrbahn soll untersucht werden

Auch bei Hessen Mobil ist man auf die Unfallhäufung in dem Bereich, insbesondere auf dem Übergang der A 485 zur Bundesstraße 3, aufmerksam geworden. Die Straßenverkehrsbehörde hat sich die Unfälle genauer angeschaut und einen roten Faden entdeckt: »Das überwiegende Unfallgeschehen war hierbei der Fahrunfall mit einem Abkommen von der Fahrbahn nach links oder rechts. Die Unfälle ereigneten sich meist auf nasser oder feuchter Fahrbahn«, teilt die Pressestelle auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Als Sofortmaßnahme wird nun vor der Gefahrenstelle gewarnt: Dieser Tage wurden Schilder aufgestellt, die auf die Schleudergefahr bei Nässe hinweisen. Ein Schild steht am Gießener Nordkreuz auf dem Übergangsbereich der A 485 zur B 3 in Fahrtrichtung Staufenberg, das zweite Schild auf der Auffahrtsrampe von der A 480 zur B 3 in gleicher Fahrtrichtung.

Bei den Schildern allein soll es nicht bleiben: »Hessen Mobil wird zudem die Griffigkeit der Fahrbahn in diesem Bereich überprüfen«, teilte die Behörde mit. Sollten dabei Mängel festgestellt werden, könnten auch bauliche Maßnahmen - etwa ein neuer Fahrbahnbelag - zum Zuge kommen. Bis dahin hilft auf jeden Fall: vorsichtig fahren.

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