Künftig soll Tempo 30 in der Lollarer Ortsdurchfahrt ausgeweitet werden. FOTO: JWR
+
Künftig soll Tempo 30 in der Lollarer Ortsdurchfahrt ausgeweitet werden. FOTO: JWR

Tempo-30-Zone soll wachsen

  • vonred Redaktion
    schließen

Lollar(pm). Die Lollarer Grünen nehmen in einer Pressemitteilung Stellung zur dritten Runde der Lärmaktionsplanung für das Regierungspräsidium (RP) Gießen. Der Plan ist mit der Veröffentlichung Anfang Mai in Kraft getreten. Die Lollarer Ortsdurchfahrt (L 3475) wird laut Grünen-Mitteilung "in Kürze zwischen den Einmündungen Holzmühler Weg/Kirschgarten und Am alten Bahnhof ohne zeitliche Beschränkung" in eine Tempo-30-Zone umgewandelt.

Mehr Wohnqualität

Dafür sei lediglich von der Stadt noch ein Prüfantrag bei der Oberen Verkehrsbehörde zu stellen. Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek habe die Antragsstellung schon zugesagt, so die Grünen. Der Lärm werde durch die Reduzierung von 50 auf 30 Stundenkilometer um durchschnittlich die Hälfte gemindert. "Durch die Halbierung des Verkehrslärms wird die Aufenthalts- und Wohnqualität gesteigert und gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöht", heißt es weiter. Mehrfach, so die Grünen, habe man in der Stadtverordnetenversammlung Anträge zu dem Thema gestellt. "Die Bemühungen gehen bis ins Jahr 1997 zurück." Bereits 2015 habe das RP im Rahmen der Lärmaktionsplanung vom Holzmühler Weg/Kirschgarten bis zur Einmündung Bahnhofstraße Tempo 30 in Aussicht gestellt, eine Umsetzung sei jedoch nicht erfolgt. Die jetzige Ergänzung bis Am alten Bahnhof enthalte auch den lautesten gemessenen Bereich in der Ortsdurchfahrt.

Die jüngste Forderung der Grünen im Parlament habe sich auf eine Erweiterung bis zur Einmündung der Querspange in der oberen Marburger Straße bezogen, vor allem aus Sicherheitsgründen für den Radverkehr. Denn auf dem Teilstück der Einmündungen Querspange und Bahnhofstraße verlaufe der Lahnradwanderweg. Dort seien die Lärm-Emissionswerte ähnlich hoch. Weiter verweisen die Grünen auf die Internetseite http://laerm.hessen.de, dort können die Lärmbelastungswerte aller Grundstücke eingesehen werden.

Demo abgesagt

Die für den 20. Juni angemeldete Demonstration der Grünen und des Kreisverbands des Verkehrsclubs VCD werde nicht stattfinden, "da sich die Hauptforderung nach Tempo 30 im wichtigsten Teilbereich noch dieses Jahr" abzeichne. Bei der Demo sollte auch aufgezeigt werden, "dass eine gerechte Verkehrsaufteilung im beengten Straßenraum der Ortsdurchfahrt - insbesondere zwischen den Einmündungen Bahnhofstraße bis Lumdastraße - leider nicht möglich ist". Sie wäre "allerdings auch mit den bestehenden Corona-Auflagen nicht vereinbar gewesen, daher sind wir froh, dass sich endlich eine vernünftige Lösung abzeichnet", heißt es weiter. Die Forderung nach Tempo 100 auf der B 3 (Lumdatalbrücke) sei indes abgelehnt worden, "da man hier angeblich keinen Lärmkonfliktpunkt sieht". Man werde das Anliegen gemeinsam mit Staufenberg aber weiter vertreten. "Uns ist bewusst, dass Tempobegrenzungen nach dem Bundesfernstraßengesetz weitaus schwieriger sind." Es werde wohl auch für diesen Bereich eines langen Atems bedürfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare