"Schuld ist übertriebene Fürsorge"

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Lollar (pm). Viel Verkehr und riskante Park- und Wendemanöver: Sogenannte Elterntaxis sorgen allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor Schulen. Das zeigte sich auch am Mittwoch vor der Grundschule Lollar. Ehrenamtliche des Automobilclubs ACE untersuchten dort den morgendlichen Bringverkehr.

Das Ergebnis zeigt einmal mehr das ganze Ausmaß. 330 Kinder gingen am Aktionstag zur Schule. Circa 25 Prozent der Kinder, wurden mit dem elterlichen Auto gebracht. Das heißt, zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr kreuzten 50 Pkw den Schulweg der Kleinen. Für diejenigen, die zu Fuß unterwegs waren, und für all jene, die ausstiegen und hinter den hohen Autotüren nicht gesehen wurden, bedeutete das eine enorme Unfallgefahr. Etliche Autofahrer verhielten sich zudem nicht regelkonform. Fast 45 Prozent der Elterntaxis hielten im Parkverbot oder in der zweiten Reihe.

Ähnliches Bild in Biebertal

"Schuld ist oftmals der morgendliche Stress der Eltern, übertriebene Fürsorge und manchmal auch Leichtsinn", sagt Gerd Wegel, Vorsitzender des ACE-Kreises Mittelhessen. "Aktuelle Zahlen zeigen, und zwar bundesweit, dass nahezu jedes fünfte Kind mit dem elterlichen Fahrzeug zur Schule gefahren wird. Kinder sollten jedoch unterstützt werden, eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zum Unterricht zurückzulegen." So lernten sie, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Bereits in der Vorwoche hatte sich der ACE die Situation an der Grundschule am Rodheimer Bornberg angesehen. Auch in Biebertal ergab sich ein ähnliches Bild: 20 Prozent der Kinder wurden mit dem Auto gebracht. Und auch dort hielt sich lediglich die Hälfte der Eltern an die Straßenverkehrsordnung.

Die ACE-Aktion "Goodbye Elterntaxi" will aufklären und unterstützen. Ziel ist es, Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, selbständig und sicher unterwegs zu sein.

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