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Die Ruine im Wald

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Lollar/Wettenberg (so). Richtig geraten: Gesucht wurde am vergangenen Freitag das so genannte "Gronauer Schloss" im Salzböde-Tal. Die frühmittelalterliche Anlage liegt im Wald westlich der Straße, die von Salzböden zur Schmelz führt. In den 1930er Jahren hat dort der Marburger Historiker Dr. Willi Görich Grabungen an den Gebäudefundamenten organisiert. Die Vermutung: Die Anlage wurde um 720 als Straßenveste erbaut und womöglich anlässlich des Sachsenfeldzugs von Karl dem Großen im Jahr 772 modernisiert.

Aus dieser Zeit soll auch das einstige feste Haus stammen. Dieses "Schloss" war ein eher kleines Steinhaus mit einem größeren Raum, einer nach Osten hin ausgerichteten Apsis und einem schätzungsweise sechs Meter hohen, quadratischen Turm. Es könnte Etappenstation an der Heer- und Handelsstraße gewesen sein und als Übernachtungsmöglichkeit für Besucher auf den Fernwegen nach Wetzlar, Amöneburg oder Wetter gedient haben. Grabungen vor wenigen Jahren lassen allerdings den Schluss zu, dass die Anlage ins frühe 10. Jahrhundert zu datieren ist.

Heute jedenfalls liegen die Reste des festen Hauses etwas abseits der Straße. Seit ein paar Jahren weisen ein paar hölzerne Schilder auf den Ort hin. Zu verdanken ist dies engagierten Touristikern im Gleiberger Land und namentlich den Wißmarer Schulmeistern Rolf Henrich und Helmut Best (†) sowie dem Salzbödener Revierförster Rüdiger Pohl.

Auch für den weniger geschichtlich Interessierten lohnt der Weg - Natur pur im Krofdorfer Forst, wenn man sich dem Gronauer Schloss und der nahen Siedlung Schmelz von Krofdorf-Gleiberg her über das Waldhaus nähert.

Nicht weniger reizvoll der deutlich kürzere Weg von Salzböden aus. Da lässt sich ein herrlicher Spaziergang von der Schönemühle am Ortsrand bis eben zur Schmelzmühle unternehmen. Hier wie da locken Leckereien zur Einkehr.

Einzig die Fundamentreste weisen noch auf das steinerne Haus im Krofdorfer Forst hin, das so genannte "Gronauer Schloss". Ganz in der Nähe lädt die Schmelzmühle von Familie Jung zur Einkehr.(Fotos: so)

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