Mit ihren Unterschriften legen Andrej Keller (l.) und Sascha Feuchert die Grundlage für die künftige Kooperation. FOTO: LUN
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Mit ihren Unterschriften legen Andrej Keller (l.) und Sascha Feuchert die Grundlage für die künftige Kooperation. FOTO: LUN

Populistische und manipulative Äußerungen entlarven

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Lollar(lun.) Rechtsradikale Tendenzen nehmen in Deutschland zu. Die Anschläge von Halle und Hanau zeigen das deutlich. Da scheint es umso wichtiger, sich wieder mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust zu beschäftigen. Die Clemens-Brentano-Europaschule hat sich das fest vorgenommen. Am Mittwoch unterzeichnete Schulleiter Andrej Keller einen Kooperationsvertrag mit Prof. Sascha Feuchert vom der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Universität Gießen.

In Zukunft wollen sie gemeinsam an Projekten und Lernkonzepten arbeiten, die den Schülern das Thema Holocaust vermitteln. Dabei stehen sie jedoch vor einer besonders großen Hürde. "Die Zeitzeugen brechen natürlich inzwischen weg", erklärt der Leiter der Arbeitsstelle, Sascha Feuchert. Kaum noch einer lebt, der die Ereignisse aus erster Hand schildern kann. Da ist die Lagerliteratur ein guter Zugang, findet er. Auch da steht eine Person im Fokus, die von ihren Erfahrungen berichtet. So lernen die Schüler, viel empathischer an die Sache heranzugehen. Außerdem kann man den Blick auf die "Zweite Generation" richten. Das bedeutet, auf Verfasser zurückzugreifen, die Erlebnisse ihrer Eltern aufschreiben.

Keller freut sich, gerade im Bereich Geschichte Unterstützung durch die Uni zu haben. "Ich erinnere mich noch, wie wir mit den Schülern in Auschwitz waren." Was sie dort gesehen hätten, sei vielen näher gegangen als der Geschichtsunterricht. Wichtig sei es, besonders in Anbetracht der aktuellen politischen Lage, den Blick immer auch auf die Gegenwart zu lenken. Die Schüler sollen früh lernen, populistische und manipulative Äußerungen zu entlarven und entsprechend damit umzugehen. Dafür arbeiten die Fachbereiche Deutsch und Geschichte besonders eng mit der Uni zusammen.

Gemeinsam wollen beide Institutionen jetzt eigene Unterrichtseinheiten mit dem Schwerpunkt Holocaustliteratur entwickeln. Auch Klassenfahrten zu Gedenkstätten stehen auf der Liste. Die Schüler dürfen das Archiv der Arbeitsstelle zur Recherche nutzen sowie Vorlesungen und Seminare zum Thema Holocaustliteratur besuchen.

Im Herbst findet zunächst eine Fortbildung für die Lehrer der CBES statt, um sie auf die neuen Unterrichtskonzepte vorzubereiten. Alles Weitere muss dann gemeinsam geplant und angepasst werden. "Genau da wird es aber spannend", findet Feuchert.

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