Auf dem zwischen Weiherstraße und Höllenbachstraße gelegenen Grünland schlängelt sich der Hellenbach talabwärts, und zwar nur das Bachbett, Wasser findet man dort keines. FOTO: VH
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Auf dem zwischen Weiherstraße und Höllenbachstraße gelegenen Grünland schlängelt sich der Hellenbach talabwärts, und zwar nur das Bachbett, Wasser findet man dort keines. FOTO: VH

Was passiert mit dem Hellenbach?

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Der städtische Bauausschuss diskutierte noch einmal ausgiebig den Bebauungsplan "Südlich der Weiherstraße". Schließlich wurde die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen. Ein nicht vorhandener Bach steht dennoch dem Baugebiet (geplant: 20 Plätze) im Weg. Es ist nämlich so: Wo Wasser draufsteht, muss nicht Wasser drin sein. In Odenhausen gibt es die Weiherstraße, aber keinen Weiher.

Auf dem zwischen Weiherstraße und Höllenbachstraße gelegenen Grünland schlängelt sich der Hellenbach talabwärts, eigentlich nur sein Bachbett, denn Wasser findet man dort keines. Außerdem ist das Bachbett lediglich auf diesem Grünland (140 Meter Länge) noch sichtbar. Oberhalb (Kinderspielplatz) und unterhalb (Lindenstraße) ersetzen Rohre die Natur.

Um das letzte Stück Natur kann aber noch gerungen werden. Die Öffentlichkeit hat nun das Wort.

Ohne Verrohrung auf dem Grünland wäre das Baugebiet wohl nicht zu erschließen. Das Bauleitverfahren trägt dem Problem Rechnung. Weil das Grünland örtlich im Innenbereich liegt, wird das im Baugesetz beschriebene beschleunigte Verfahren durchgeführt. Deshalb wäre die Beteiligung der Öffentlichkeit nicht erforderlich.

Fruchtbare Flächen

Außerdem muss kein Umweltbericht erstellt und kein naturschutzrechtlicher Ausgleich geschaffen werden.

Mehr Natur fordern die Grünen in den Vorgärten. Der Antrag "Pflanzgärten statt Schottergärten" wurde bereits mehrfach erörtert. Im Bauausschuss referierte Cathrin Ferber (Planungsbüro Fischer) die rechtlichen Vorgaben. Demnach seien mindestens 80 Prozent der Freiflächen eines Grundstücks als Garten, Pflanzbeet oder Grünfläche zu gestalten. Cornelia Maykemper (FDP) gab zu bedenken, man könne das wohl für Neubaugrundstücke fordern, aber bereits vorhandene Schotterflächen sollten Bestandsschutz erlangen. Anderenfalls könnten Bürger klagen. Der Ausschuss verzichtete auf eine Abstimmung.

Umstritten ist ebenso das geplante Neubaugebiet entlang des Rosenwegs am westlichen Ortsrand von Ruttershausen. Dort würden fruchtbare Ackerflächen versiegelt. Der Ausschuss fasste den Beschluss, im Vorfeld eines aufzustellenden Bebauungsplans für das Gebiet "Unterm Grasweg" ein Umlegungsverfahren einzuleiten.

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