Markus Wojahn Ortsvorsteher
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Markus Wojahn Ortsvorsteher

Ortsvorsteher entschuldigt sich

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Ein Abwahlantrag stand auf der Tagesordnung der Sitzung des Ortsbeirats Odenhausen am Dienstagabend. Ortsvorsteher Markus Wojahn sollte es treffen. Auf Bestreben der Mehrheitsfraktion von SPD und Grünen war dieser Antrag auf die Tagesordnung gekommen und - gleich anschließend - eine mögliche Neuwahl. Über 20 Zuhörer in der Mehrzweckhalle warteten gespannt. Abwahl und Neuwahl sollten eigentlich zum Sitzungsende hin stattfinden, doch niemand wurde länger als nötig auf die Folter gespannt. Offensichtlich hatte es bereits im Vorfeld hinter den Kulissen erste Klärungsgespräche gegeben.

Wojahn fackelte jedenfalls nicht lange und brachte die für ihn zunächst missliche Lage schnell hinter sich. Er verlas eine persönliche Erklärung, listete darin ohne Umschweife und Ausrede seine Fehler auf, die er somit unumwunden zugab, entschuldigte sich bei der Bevölkerung und den Mitgliedern des Ortsbeirats.

Wojahn wirkte bei dieser politischen Beichte derart souverän, dass die meisten Berufspolitiker sich davon eine Scheibe hätten abschneiden können. Kaum war seine Einlassung zu Ende geführt, da erhob sich Wolfgang Haußmann von den Grünen und verkündete im Namen der Antragssteller, Wojahns Entschuldigung anzunehmen.

Unverzüglich würden Grüne und SPD den Antrag auf eine Abwahl zurückziehen. Außerdem brachte Haußmann zum Ausdruck, auf dieser Basis möge im Ortsbeirat weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geschehen. Wojahn dankte sogleich für das ihm entgegen gebrachte Verständnis. Abwahl und Neuwahl hatten sich nun auf der Tagesordnung erübrigt und es fiel kein weiteres Wort mehr darüber.

Markus Wojahn nannte es einen "schweren Fehler" seinerseits, dass der Ortsbeirat und die Bevölkerung lange Zeit ohne Sitzungen hätten auskommen müssen. Ihm sei nun bewusst, er habe damit dem Gremium und den Odenhäuser Bürgern die wichtige Beteiligung an politischen Entscheidungen der Stadt verwehrt.

Insbesondere treffe das auf die Betrachtung des aktuellen Haushalts zu. Wojahn: "Mir tut es leid, dass ich anderen engagierten Mitbürgern ihren Einsatz erschwert habe. Unser schöner Ort braucht euch alle."

Wojahn blickte zurück: Als Norman Speier (SPD), sein Vorgänger im Amt, nach Salzböden umzog, habe sich auf Seiten der Mehrheitsfraktion kein Nachfolger gemeldet. Er sei dann gefragt worden, habe zwar zugesagt, aber auch darauf hingewiesen, dass seine berufliche Tätigkeit in Frankfurt/Main abends kaum noch Luft lasse für Privates oder ein Ehrenamt (immerhin ist Wojahn auch Stadtverordneter für die CDU).

In der Begründung ihres Abwahlantrages hatten SPD und Grüne Wojahn vorgeworfen, seit Mai 2019 keine Sitzung mehr einberufen zu haben. Deshalb sei es dem Ortsbeirat nicht möglich gewesen, Odenhausen betreffende Dinge zu besprechen und dazu Stellung zu nehmen. Als Beispiele nannten sie die Sanierung der Mehrzweckhalle und den Verkauf der alten Schule.

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