"Neugierig bleiben"

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Es war eine Premiere. Zum ersten Mal hatte Pfarrerin Petra Assmann-Daum am Samstagvormittag zu einem Gemeindebrunch ins Evangelische Gemeindehaus eingeladen. Und es war auf gar keinen Fall der letzte, so ihr Resümee am Ende der Veranstaltung. Sichtlich erfreut war sie über das große Interesse. Literarischer Gast war die in Bingen lebende Schriftstellerin Petra Urban, die sich mit ihren Romanen und lebensphilosophischen Büchern einen Namen gemacht hat. Bevor sie unter dem Titel "Das Leben in sprudelnder Fülle haben" las, sorgte der Chor Cantamus für einen stimmungsvollen Einstieg. Der Wechsel von Liedern und Texten wurde vom Publikum dankbar angenommen.

Es war eine Premiere. Zum ersten Mal hatte Pfarrerin Petra Assmann-Daum am Samstagvormittag zu einem Gemeindebrunch ins Evangelische Gemeindehaus eingeladen. Und es war auf gar keinen Fall der letzte, so ihr Resümee am Ende der Veranstaltung. Sichtlich erfreut war sie über das große Interesse. Literarischer Gast war die in Bingen lebende Schriftstellerin Petra Urban, die sich mit ihren Romanen und lebensphilosophischen Büchern einen Namen gemacht hat. Bevor sie unter dem Titel "Das Leben in sprudelnder Fülle haben" las, sorgte der Chor Cantamus für einen stimmungsvollen Einstieg. Der Wechsel von Liedern und Texten wurde vom Publikum dankbar angenommen.

Locker und flotte erzählt

Urban präsentierte aufbauende Geschichten aus ihrem Alltag, feine Beobachtungen zum Thema Loslassen, Lebensfreude, dazu Gedanken übers Älterwerden, die allesamt für viel Zustimmung, Schmunzeln und immer wieder Kopfnicken sorgten. Im Hier und Jetzt zu leben sei wichtig, betonte sie, denn Augenblicke veränderten Menschen mehr als die Zeit. In ihrer bildhaften, poetischen Sprache machte sie Mut, sich nicht nur äußerlich, sich vielmehr innerlich zu verjüngen. Am Beispiel einer fast Hundertjährigen verdeutlichte sie, wie wichtig es sei, sich "Liebe im Blick" zu bewahren. Damit meinte sie eine innere Haltung, die mit Alter und Sehfähigkeit nichts zu tun habe, die vielmehr vollkommene Zuwendung sei: "Achtsamkeit und Aufmerksamkeit zählen glücklicherweise zu den wenigen Kostbarkeiten, die im Laufe der Jahre eher wachsen, als schwinden."

Leben, so betonte sie, gestalte sich dort "in Fülle", wo man neugierig bleibe, das Staunen nicht verlerne, sich die Begeisterung und den Humor bewahre. Damit die Lebensfreude nicht zu kurz kommt, erzählte sie von "Froschkönig-Tagen, an denen hässliche Gedanken kurzerhand schön geküsst werden", und von "Nachbarsgarten-Kirschen-Augenblicken, bei denen all das, was auf der anderen Seite des Zaunes hängt, immer besser schmeckt als das, was auf der eigenen Seite wächst". Dabei zeigte sie spielerisch Möglichkeiten auf, wie man das Glück des Lebens zur Chefsache machen kann. Locker und flott erzählte sie Geschichten von kleinen Geschehnissen des Alltags, die bei ihr zu Geschichten von großer Bedeutung werden. "Was ich Ihnen erzähle, das wissen Sie alle selbst", sagte sie beim anschließenden Gespräch am Büchertisch. "Ich bin nur da, um sie mal wieder daran zu erinnern."

Zum Abschluss sang der Chor Cantamus ein Segenslied. Danach gab es viel Applaus für die Autorin und den Chor.

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