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Die ehemalige Vierer-Einradgruppe, die aufgrund schulischer Zeitnot in der Oberstufe nicht mehr trainiert, hat zum Vereinsjubiläum wieder die Sättel bestiegen. FOTO: VH

Neue Impulse und Idealismus

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Lollar(vh). Am 15. August 1895 trafen sich acht Lollarer und gründeten den Radfahrerverein Germania. 125 Jahre später gab der Verein im Gasthaus Zur Linde einen Jubiläumsempfang.

Vorsitzender Dr. Bernd Maykemper erläuterte einige Daten aus der Geschichte des Fahrrads. Mit Karl von Drais’ Laufmaschine hatte 1817 alles begonnen. 1871 konstruierte James Starley ein Hochrad mit Stahlspeichen und Tretkurbelantrieb.

Das heutige Sicherheitsniederrad mit zwei gleich großen Rädern und Kettenantrieb auf der Hinterachse entwickelte James’ Enkel, John Kemp Starley, 1885. Drei Jahre später fügte John Boyd Dunlop den Luftreifen hinzu. 1903 bewältigten 60 Fahrer sechs Etappen und 2400 Kilometer bei der ersten Tour de France.

Landrätin Anita Schneider blickte auf die lange Tradition mit vielen Spielarten des Radfahrens zurück, zudem auf die Gründung der Radwandergruppe, die ohne Leistungsdruck unterwegs sei. Kunstradfahren werde wieder angekurbelt. Angefangen mit Turnvater Jahn, der 1811 das öffentliche Turnen initiiert habe, deutete Schneider den allgemeinen Wert des Sports für die Demokratie an.

Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek sprach mit Bezug auf Mitglieder in Sportvereinen von einer "selbstbewussten Teilhabe am öffentlichen Leben". Das Alter alleine tue es aber nicht. Jeder Verein brauche stets neue Impulse, Idealismus und Ehrenamtliche, die Verantwortung übernähmen. Der Präsident des hessischen Radfahrerverbandes, Günter Bernius, übergab Maykemper die Erinnerungsplakette des Bundes Deutscher Radfahrer.

Der Vorsitzende des Radsportbezirks Lahn, Dr. Peter Pagels, skizzierte den Aufschwung des Rades im Zuge der Gesundheitswelle in den 70ern und 80ern sowie derzeit als kostengünstiges und klimaschonendes Verkehrsmittel. Der Vorsitzende des Sportkreises Gießen und Vizepräsident im Landessportbund (LSB) Hessen, Prof. Heinz Zielinski, gab zu bedenken, obwohl das Rad eine Renaissance erlebe, bleibe die Herausforderung groß, einen Radfahrverein attraktiv zu halten. Er übergab die Urkunde des LSB.

Es folgte der erste Auftritt der Kinder der neuen Kunstradabteilung (Cora Kaiser, Selina Leinweber). Die ehemalige Vierer-Einradgruppe, die aufgrund schulischer Zeitnot in der Oberstufe nicht mehr trainiert, hatte zum Jubiläum wieder die Sättel bestiegen (Jana Simon, Hannah Siegmund, Jana Werner, Isabell Hahn). Nach dem offiziellen Programmteil folgte ein Mittagessen vom Buffet und der Nachmittagskaffee mit Kuchen.

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