2021 werden beim Einschlag von Buchenstammholz im Stadtwald Lollar ausschließlich kränkelnde Bäume herausgenommen.
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2021 werden beim Einschlag von Buchenstammholz im Stadtwald Lollar ausschließlich kränkelnde Bäume herausgenommen.

Negativbilanz im Forst

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Als "hoch negativ" bezeichnete Forstamtsleiter Ralf Jäkel den Waldwirtschaftsplan 2021: Der Zuschuss beträgt 107 000 Euro. Diese Negativbilanz werde voraussichtlich noch einige Jahre andauern, sagte Jäkel nun im Haupt- und Finanzausschuss. Die Fichte als Wirtschaftsbaum habe sich erledigt. Vorhandene Jungbestände würden weiter gepflegt. Hin und wieder gebe es sicherlich auch Fichten-Beimischungen oder Randbepflanzungen zur Markierung von Rückegassen, so Jäkel. Bezüglich der Buche würden nur noch kränkelnde Bäume gefällt, wegen der Waldbesucher insbesondere an Wegen und Rändern. Auf den Holzeinschlag bei der Hauptnutzung (gesundes Buchen-Stammholz) verzichte man völlig.

Boden zu trocken

Revierförster Udo Steiger teilte mit, der 2021 geplante Einschlag von 1200 Festmetern sehe 700 Festmeter Buche und 500 Festmeter Fichte vor, alles nur Kalamitätsholz. Rund zwei Hektar verteilt auf drei Einzelflächen sollten im Frühjahr aufgeforstet werden. Rund 4400 Jungpflanzen kämen in den Waldboden, der nach wie vor viel zu trocken sei. Die negative Kostenbilanz könne sich noch verbessern, so Steiger. Hessen Forst wolle den Beförsterungsbeitrag absenken, somit hätte Lollar auf der Habenseite im Wirtschaftsplan 5000 Euro mehr. Der Bescheid aus Wiesbaden stehe aber noch aus. Aus einem Förderantrag zur Extremwetterrichtlinie erwarte man die Bestätigung über 10 000 Euro. 100 Euro pro Hektar aus der Nachhaltigkeitsprämie verspreche ein weiterer Antrag.

Die Forstleute hätten gerne den Waldweg von der Ruttershäuser Grillhütte aufwärts bis zum Staatswald saniert. Der Ausschuss lehnte das ab. Steiger: "Auf dem Weg sind Abstürze, teils 30 Zentimeter Niveauunterschied. Es gibt kein Füllmaterial mehr zum Abgradern." Jäkel erinnerte auch an die Verkehrssicherungspflicht. Das freie Betretungsrecht im Wald gelte neben Fußgängern auch für Fahrradfahrer. "Wir wollen keine Radler im Wald haben", sagte Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek. Für Pkw (Forst- und Jagdbetrieb) sei die Verkehrssicherheit des Weges als ausreichend beschrieben. Markus Wojahn (CDU) gab zu bedenken, selbst wenn man keine Radler wollte, sei der Weg aber für jene zugelassen. Der Wegebau hätte 65 000 Euro gekostet (Förderung: 35 000 Euro).

Abstimmung für den Waldwirtschaftsplan 2021 ohne Wegebau: fünf Jastimmen, zwei Enthaltungen.

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