sued_bruecke798_040921_4c_1
+
Über die historische Salzbödebrücke wurde auch im städtischen Bauausschuss diskutiert.

Nachverdichtung in Ruttershausen

  • VonVolker Heller
    schließen

Lollar (vh). Am nördlichen Ende der Ruttershausener Hellenbergstraße zweigt die Straße Auf dem Klinkgraben links ab. Unweit liegt eine 1581 Quadratmeter große Grünfläche mit 16 Bäumen in der Form eines Dreiecks. Im städtischen Flächennutzungsplan firmiert die Fläche unter Parkanlage. Nun hat der städtische Bauausschuss einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Somit werden dort drei Grundstücke mit 450, 500 und 620 Quadratmetern Einzelfläche für Wohnzwecke erschlossen.

Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer erläuterte im Ausschuss Details. Das Vorhaben zähle zur Nachverdichtung. Deshalb könne es im beschleunigten Verfahren mit einer Offenlage ablaufen.

Die künftigen Häuser sollen sich an der nachbarlichen Bebauung orientieren. Vorgesehen sind höchstens acht Meter Firsthöhe bei einem Vollgeschoss. Möglich sind Einzel- und Doppelhäuser mit zwei Wohneinheiten pro Grundstück. 40 Prozent der Grundstücksfläche dürfen überbaut werden. Zugelassen sind Sattel-, Walm- und Pultdächer. Eine Zisterne ist Pflicht.

Der Ausschuss fasste zudem den einstimmigen Beschluss, dass die Fahrradabstellanlagen an Freibad, Sporthalle-Süd und Sportplatz erneuert werden. Die Gesamtkosten betragen 44 200 Euro. Bisher stehen 20 500 Euro bereit. Die fehlenden Mittel werden überplanmäßig freigegeben. Aus einem hessischen Förderprogramm erwartet die Stadt Zuschüsse in Höhe von 70 Prozent.

Die Salzbödebrücke beim Dorfgemeinschaftshaus in Salzböden muss neu gebaut werden. Der Bauausschuss diskutierte ebenso wie der Finanzausschuss, ob der Neubau weiterhin für den landwirtschaftlichen Verkehr geeignet sein solle (540 000 Euro) oder einzig für Fußgänger und Radler (245 000 Euro).

Norman Speier (SPD) plädierte im Bauausschuss eher für die große Variante, damit die Landwirtschaft keine Umwege fahren müsse. Jens Ruppel (Grüne): »Wir sehen das genau anders.« Cornelia Maykemper (FDP) wollte auch die kleine Lösung, aber nicht aus Holz, sondern in Stahlträgerausführung. Tobias Bräunchen (CDU) meinte, bei der kleinen Lösung fahre die Landwirtschaft über die historische Salzbödebrücke. Er sorge sich um deren Stabilität. Die Abstimmung im Bauausschuss wurde vertagt. Der Magistrat soll für beide Varianten eine genauere Kostenschätzung vorlegen.

Stadtwald aufwerten

Die Grünen wollen den Einschlag von Eichen mit sofortiger Wirkung aussetzen. Eichen dienten zur ökologischen Aufwertung des Stadtwaldes. Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek: »Wir haben erst vor zwei Jahren die neue Forsteinrichtung beschlossen. Dort steht der Hiebsatz für jede Baumart drin.« Ohne Klärung könne der Ausschuss darüber nicht abstimmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare