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Übergabe des Einsatzleitwagens der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lollar mit (v. l.) Bürgermeister Bernd Wieczorek, Regierungspräsident Christoph Ullrich, Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel, Stadtbrandinspektor Marco Kirchner und Feuerwehr-Ausschuss.

"Mobiles Organisationsbüro" ist startklar

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Lollar (vh). Die offizielle Übergabe des rund 128 000 Euro teuren Einsatzleitwagens (ELW 1) an die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Lollar rückte im Feuerwehr-Stützpunkt der Kernstadt zuerst das mobile Organisationsbüro der Einsatzkräfte in den Mittelpunkt. Als gleichwertig erwiesen sich aber zwei mehrfach getätigte Aussagen: Solche Fahrzeuge würden nicht angeschafft als "Spielzeuge" für Feuerwehrleute, sondern zum Schutze der Bürger. Außerdem gehöre die althergebrachte Phrase "unser Feuer" auf den Müllhaufen der Geschichte.

15 000 Euro Zuschuss vom Kreis

Laut Stadtbrandinspektor (SBI) Marco Kirchner hat eine "sehr vorausschauende Planung" ermöglicht, dass acht Kommunen aus drei Landkreisen acht nahezu baugleiche Einsatzleitwagen gemeinsam anschaffen konnten. Als Effekt habe jede Kommune etwa 20 000 Euro eingespart. Seines Wissens sei diese Konstellation einmalig für ganz Hessen, so Kirchner. Der Landkreis hat 15 000 Euro Zuschuss gewährt. Ein Landeszuschuss ist nicht beantragt worden. Eine Markise im Wert von 1500 Euro wurde über Spenden angeschafft (vier Feuerwehrvereine und Familien Helmut und Martin Schnepp).

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich überbrachte den Gruß des verhinderten Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Er stellte fest, die moderne Feuerwehr brauche mehr Ausrüstung an Bord denn nur Löschwasser, vielmehr sei Koordinationstechnik erforderlich. Ausdrücklich lobte er die Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek sagte, das Fahrzeug sei trotz hoher Kosten "keine Luxusanschaffung". Anderthalb Jahre habe es gedauert, die technische Ausrüstung wunschgemäß einzubauen. Kreisbandmeister Roland Kraus nannte den überörtlichen Einsatz des ELW eine Alltagserfahrung.

Michael Klier, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands und stellvertretender Stadtbrandinspektor in Staufenberg, sagte, für das ELW brauche man "intensive Ausbildung"; er meldete sogleich auch sein Interesse an. Staufenbergs Stadtbrandinspektor Oliver Ortwein informierte, "die Feuerwehren von Lollar und Staufenberg wollen sogar einen Kooperationsvertrag abschließen". Peter Rahn, Leiter der Bosch-Werksfeuerwehr, erläuterte, mit SBI Kirchner arbeite er "eng auf der kleinen Schiene" zusammen.

Pfarrerin Petra Assmann-Daum (evangelische Kirchengemeinde) erwähnte die Bedeutung von Hilfeleistungen in einer Gesellschaft. Pfarrer Wieslaw Waszliel (katholische Kirchengemeinde) segnete das Fahrzeug. Christoph Mandler und Pascal Hirschhäuser erläuterten die technische Ausrüstung des Einsatzleitwagens. Bürgermeister Wieczorek übergab den symbolischen Autoschlüssel (Leihgabe aus Allendorf/Lumda). Das Jugendblasorchester untermalte die Übergabeveranstaltung musikalisch. (Foto: vh)

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