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Beate Lambert hängt sich die Gitarre um, animiert zum Aufstehen und Mitsingen.

Mitmachkonzert in Salzböden zum Thema Herbststimmung

Lollar (vh). Singen ist gut gegen Melancholie – wichtig bei dieser Jahreszeit. Deshalb gibt es in Salzböden die Mitmachkonzerte von Fredrik Vahle, die er zusammen mit Pfarrer Wolfgang Gerhardt und anderen Künstlern mehrmals im Jahr organisiert. Am Donnerstagabend war es wieder soweit. Ein buntes Programm wartete.

Vahle war in seinem Element. Er gab den Geschichtenerzähler, den Anekdotenbringer, Spaßmacher und Liedersänger, brachte den Herbst groß heraus, etwa mit Gedichten wie Josef Guggenmos’ "Der Wind" und Christian Morgensterns "Novembertag". Mitsingen durfte das Publikum beim Herbstklassiker "Bunt sind schon die Wälder".

Auch wusste Vahle vom Herbst als der wichtigen Erntezeit für allerlei Früchte zu berichten, gewiss kein trauriger Anlass. Pfarrer Gerhardt stieß hinzu. Er stellte ein spanisches Lied vor, der Text zu "Nada te turbe" (frei übersetzt: Nichts soll dich ängstigen) lag für Mitsinger bereit. Gebetslyrik gegen Melancholie, zurückzuführen auf Ordensschwester Teresa von Avila (16. Jahrhundert).

Den Pfarrer Gerhardt auf der Klarinette begleiteten Fredrik Vahle an der Gitarre, der Geigenvirtuose Georgi Kalaidjiev, Beate Lambert am elektronischen Klavier und Organistin Günna Reimer auf der Kirchenorgel. Deborah Fritz verstärkte die Sänger. Der Pfarrer stellte dem Wind einen passenden Bibeltext zur Seite. Im Evangelium des Johannes will der Pharisäer Nikodemus von Jesus wissen wie man Gottes Kraft erfahren könne.

Jener bringt den berühmt gewordenen Vergleich für die spirituelle Dimension in der Gottesbeziehung: "Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist." Weil man den Wind weder hören noch sehen könne, nur seine Auswirkungen spüre, gelte er auch als eine außerirdische Kraft, so Gerhardt. Dann schob er ein Stück politischen Alltag ein. Das in aramäischer Sprache gesungene Lied "Shalama bayta" (Friede sei diesem Haus) sollte an die Christen im Irak und in Syrien erinnern.

Lambert hängte sich die Gitarre um, animierte zum Aufstehen und Mitsingen. Pfarrer Gerhardt fasste zum Schluss zusammen: "Was sagt uns der Herbst? Dass Melancholie nichts Schlimmes sein muss!"

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