Magistrat soll Gespräche mit Bosch suchen

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Lollar (jwr). Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Bosch den Verkauf der Gießerei-Sparte prüft, davon ist auch die Robert Bosch Lollar Guss GmbH mit etwa 300 Mitarbeitern betroffen. Am Donnerstag hat die Lollarer Stadtverordnetenversammlung auf diese Nachricht reagiert, einen Dringlichkeitsantrag der CDU auf die Tagesordnung genommen und diesen schließlich ohne Diskussion einstimmig beschlossen.

Mit dem Beschluss wird der Magistrat aufgefordert, »Kontakt mit der Robert Bosch Lollar Guss GmbH beziehungsweise dem verantwortlichen Bosch-Management aufzunehmen mit dem Ziel, sich für den Erhalt der Arbeitsplätze in Lollar einzusetzen«. Die Stadt solle sich als Gesprächspartner anbieten und auch »proaktiv auf Kaufinteressenten zugehen, um auszuloten, welche kommunalen Entscheidungen einen positiven Einfluss auf den Arbeitsplatzerhalt und das künftige Geschäftsmodell haben können«, heißt es in dem von CDU-Fraktionschef Dr. Jens-Christian Kraft vorgelegten Text weiter. Zur Begründung wird angeführt, dass die Bedeutung des Betriebs für Lollar »unbestritten« sei. Man wolle in dieser »Zeit der Unklarheit« Solidarität mit der Belegschaft zeigen, ferner müsse die Kommune signalisieren, »von politischer Seite eine positive Zukunft des Standorts mitgestalten zu wollen«.

Standortfaktoren herausstellen

Laut Mitteilung von Bosch gibt es auf dem Markt Kaufinteressenten für die Gießerei-Sparte, der Prozess befinde sich aber noch in einer frühen Phase. Die Gewerkschaft IG Metall hatte die Verkaufspläne als »willkürlich« kritisiert.

Die Begründung des Parlamentstextes unterstreicht nun mögliche Standortfaktoren, die für einen potenziellen Neueigner eine Rolle spielen könnten: »Je nach Unternehmensstruktur, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodell des Käufers können Faktoren (zum Beispiel Energieversorgung, Verkehrsanbindung, Gewerbeflächen) wichtig sein, die im Einflussbereich der Stadt Lollar liegen.« Die Dringlichkeit des Themas ergebe sich aus der »kurzfristig erfolgten Unternehmenskommunikation« und der anstehenden Sitzungspause bis September. Es sei davon auszugehen, »dass in der Zwischenzeit Interessenbekundungen potenzieller Käufer an Bosch herangetragen werden«. Wenn sich eine Kommune öffentlich zum Erhalt eines Standorts und dessen Entwicklung bekenne, werde das »bei dieser Form von Sondierungen regelmäßig wohlwollend zur Kenntnis genommen«.

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