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Bürgermeister Wieczorek (l.) übergibt den symbolischen Türschlüssel für das Rathaus an das Prinzenpaar. FOTO: VH

Machtspiele der Platzhirsche

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Lollar(vh). "Wir finden, die Stadt war lange genug an der Macht", sagte Sitzungspräsident Florian Schwarz vom Carnevalverein Germania Lollar (CVL) beim Rathaussturm der vereinigten Lollarer und Ruttershäuser Narren im Bürgerhaus. Wenn die Karnevalisten nun die Macht übernehmen, würden erstmal bis Aschermittwoch die Blitzer abgestellt, so die Botschaft von Prinz Stephan I. Nachdem die Rathausbesatzung erwartungsgemäß das Spiel um die Macht verloren hatte, meinte Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek resignierend: "Behandelt meine Leute gut."

Er hatte allerdings zuvor schon mitgeteilt, dass alljährlich in Erwartung des Rathaussturms die meisten Bediensteten sich ohnehin krank meldeten, Urlaub nähmen oder sogar kündigten. Allzu viel Schaden könne Prinz Stephan I. mit Gefolge in den paar Tagen bis Aschermittwoch aber ohnehin nicht mehr anrichten, schätzte Wieczorek. Knapp zwei Stunden dauerte das Ringen um die Macht, wobei die Germania und der Carneval Club Ruttershausen (CCR) eine Vielzahl ihrer Tanzgruppen mitgebracht hatten und natürlich auch die Elferräte.

Das Prinzenpaar Stephan I. und Prinzessin Manuela I. vom CVL erschien mit Hofstaat und Prinzengarde. Als Verstärkung der heimischen Vereine war die Midi-Garde des KV Großen-Buseck angerückt. Den Rathaussturm moderierten die Sitzungspräsidenten Florian Schwarz und Sascha Mühlich vom CCR.

Vom CVL traten die Kadetten, Let’s Dance und die Tanzgarde auf. Vom CCR waren die Showtanzgruppe Projekt 33, Konfettis, Knallbonbons und Teeniegarde am Start. Die Rathausbesatzung kam verkleidet als Jagdgenossenschaft, etwa Waldfeen, Jäger und Platzhirsche, und fiel sogleich unangenehm auf wegen ihres "lahmen Einmarsches", so Mühlich.

Bei den Machtspielen traten Bürgermeister und Prinz als Montagsmaler gegeneinander an. Ferner galt es, Stimmen von Waldtieren zu erraten und Waldpilze zu bestimmen, wobei den Karnevalisten Pilzfotografien vorlagen, Stadtrat Hartmut Bierau als Rathausvertreter dagegen ein Körbchen mit Pilsgläsern von mutmaßlich verschiedener Herkunft.

Die endgültige Entscheidung wurde ermittelt durch Schüsse mit Pfeil und Bogen auf das Rathausfenster. Letztlich erhielt der Prinz den symbolischen Schlüssel und einen Scheck für die Vereine.

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