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Wann das Lollarer Hallenbad wieder genutzt werden kann, ist weiter offen - dies dürfte nicht zuletzt auch von Fördermitteln abhängen. ARCHIVFOTO: JWR

Marodes Dach

Lollarer Hallenbad: Landesmittel für Dachsanierung in Aussicht

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Das Dach des Lollarer Hallenbads ist marode und muss saniert werden. Die Vorzeichen für einen Zuschuss aus Wiesbaden scheinen nun günstig. Derweil erteilt der Kreis der Idee, sich direkt an den Kosten zu beteiligen, eine Absage.

Ob Schulklassen, Vereinsmitglieder oder Privatpersonen - für etliche Menschen ist das Lollarer Hallenbad an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) ein bedeutender Teil der Infrastruktur vor Ort. Umso verheerender war im Dezember die Nachricht, dass die hölzerne Dachkonstruktion des Bads in Trägerschaft der Kommunen Lollar und Staufenberg marode ist und dringend saniert werden muss. Unabhängig von Corona ist das Schwimmbad nun bis auf Weiteres geschlossen.

Inzwischen keimt in den beiden Kommunen allerdings wieder etwas Hoffnung, denn eine relativ zeitnahe Umsetzung der Dachsanierung scheint nun möglich: »Wir sind recht guter Dinge, dass wir noch für dieses Jahr in das Förderprogramm SWIM aufgenommen werden können«, äußert sich Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller auf Anfrage. Gut 100 000 Euro an SWIM-Zuschuss waren für eine neue Lüftungsanlage bereits bewilligt worden. Diese Förderung soll, so der Plan, nun auf das Hallenbad-Dach übertragen und möglichst erweitert werden.

Hallenbad Lollar: Noch kein Förderbescheid für Dachsanierung

Der Förderbescheid steht noch aus. Gefeller hofft auf eine Zusage im Laufe des ersten Quartals, dann könne man die Maßnahme ausschreiben. Erste Signale aus dem Innenministerium deute er als positiv. Das Schwimmbad-Investitionsprogramm SWIM sehe eine 30-prozentige Förderung vor. Der Bürgermeister rechnet mit Netto-Sanierungskosten von rund einer Million Euro, zumindest etwa 300 000 Euro könnten also über SWIM finanziert werden - wenn alles wie geplant läuft.

»Ich bin dem Landkreis dankbar, dass er die Dringlichkeit der Sanierung gesehen und die Priorität erhöht hat«, so Gefeller weiter - dies war Voraussetzung für den nun geänderten Förderantrag, der sich auf das Dach statt auf die Lüftung bezieht. Auch die für Bauen und Schulen zuständige Kreisdezernentin Dr. Christiane Schmahl äußert sich optimistisch zu den Aussichten: »Der Kreis hat diese Förderung auf Platz eins priorisiert und dies dem Land mit Begründung (Ausfall des Schulschwimmens) mitgeteilt. Hier ist eine Förderung zu erwarten. Das Land ist wohl bereit, auf die Änderung einzugehen.«

Für eine direkte Beteiligung des Kreises an den Dach-Sanierungskosten sieht Schmahl dagegen keine Möglichkeit: Das kommunale Hallenbad in Lollar werde auch für Schulschwimmen genutzt, dafür zahle der Kreis Nutzungsentgelte an den Zweckverband. Gleiches gelte für die Hallenbäder der Kommunen Pohlheim, Laubach, Lich, Buseck und Biebertal. Schmahl weiter: »Auch die anderen Träger haben im Zeitraum der letzten neun Jahre teilweise größere Reparaturen beziehungsweise Sanierungen an den Gebäuden durchgeführt, ohne Zuschüsse vom Landkreis zu erhalten. Deswegen ist es nicht ganz so einfach, als Landkreis zu sagen: Das bezahlen wir jetzt.«

Lollarer Hallenbad: Nutzer auch aus anderen Kommunen

Gefeller hatte für die Finanzierung der Sanierung kürzlich gegenüber dieser Zeitung eine moderate Erhöhung der Schulumlage ins Gespräch gebracht, die die Kommunen an den Kreis zahlen. Denn auch Schüler aus anderen Kommunen, so sein Argument, nutzten das Bad üblicherweise - etwa jene am CBES-Standort in Allendorf/Lumda.

Laut Dezernentin Schmahl lässt sich diese Idee aber nicht umsetzen: »Die Schulumlage richtet sich nach tatsächlich entstehenden Kosten und wird vom Kreistag beschlossen. Das Finanzausgleichgesetz sieht nicht vor, Investitionen in kommunale Gebäude über die Schulumlage zu finanzieren.«

Zwar sei sie der Meinung, »dass die Kosten für das Schulschwimmen alle Gemeinden angehen und von allen gemeinsam zu tragen sind, denn die Kinder kommen auch aus allen Gemeinden«. Doch die Instandhaltung erfolge ja nicht nur für das Schulschwimmen, sondern auch für Vereinsnutzung und Badebetrieb. »Im konkreten Fall sind am Zweckverband zwei Kommunen beteiligt, nämlich Lollar und Staufenberg, die erst einmal für die Dachsanierung aufkommen müssen«, so Schmahl. Es sei aber eine andere Frage, »ob die Entgelte für das Schulschwimmen in der Höhe die Aufwendungen für die anteilige Nutzung durch uns korrekt widerspiegeln«. Dies werde regelmäßig verhandelt. Denkbar sei ferner, dass der Kreis die Sanierung teils vorfinanziert und der kommunale Zweckverband den Kredit über laufende Entgeltzahlungen zurückführt.

Der Staufenberger Bürgermeister sieht eine mögliche Anpassung der Entgelte als »einen Baustein, um mittelfristig zu höheren Einnahmen zu kommen und Investitionen abzusichern«. Am Ende werden mehrere Bausteine zusammenpassen müssen, damit das Hallenbad möglichst bald wieder öffnen kann.

Info: Kreis prüft mögliche weitere Schäden

Als Träger der CBES-Sporthalle neben dem Hallenbad stellt sich auch der Kreis auf womöglich nötige Baumaßnahmen ein: Laut Dezernentin Schmahl wird derzeit begutachtet, »ob unsere, mit der Schwimmhalle verbundenen Dächer (Eingangsbereich, Gymnastikraum) ebenfalls geschädigt sind«. Das Ergebnis liege ihr noch nicht vor. jwr

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