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Die unmittelbare Zufahrt zur Schmelz ist einigermaßen intakt - aber die weiteren 13 Kilometer zwischen Krofdorf und Salzböden sind seit Jahren in einem beklagenswerten Zustand.

Waldhausstraße bei Salzböden

Sorgen auf der Schmelz - Gastronom mit deutlichen Worten

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In diesem Jahr soll die seit Jahren marode Straße zwischen Salzböden und der Schmelz in Ordnung gebracht werden. Auf der Schmelz-Mühle sieht man das mit gemischten Gefühlen.

Lollar - Dass Herbert Jung verstimmt ist, ist unüberhörbar. "Bis heute hat sich kein Verantwortlicher vom Kreis, aus der Stadtverwaltung oder aus der Politik mit uns in Verbindung gesetzt, um mit uns abzusprechen, was gemacht werden soll. Und wann. Wir haben überhaupt noch kein Info", sagt der Seniorchef des beliebten Ausflugslokals Schmelz-Mühle. Denn eines ist klar, wenn die Straße zwischen Salzböden und der Schmelz instandgesetzt wird, dann kann es Behinderungen und Einschränkungen in der Erreichbarkeit des Weilers im Salzbödetal geben. Und verbunden damit Umsatz-Einbußen, so die Befürchtung des Gastronomen.

Lollar: Schließung während der Bauzeit?

Kurz vor Weihnachten hatte Jung im Ortsbeir at von Salzböden seinem Unmut Luft gemacht. Er hat bereits öffentlich mit dem Gedanken gespielt, das Lokal zu schließen, wenn die Straße im Tal für einige Zeit gesperrt würde. Denn die einzige andere Zufahrt zur Schmelz führt über Krofdorf und das Waldhaus. Die wird zwar auch rege von Gästen und Erholungsuchenden genutzt. Aber aus dem Raum Lollar, Salzböden, Odenhausen würden dann wohl nicht alle diesen deutlich weiteren Weg in Kauf nehmen, so die Befürchtung.

Dabei hat der Gastronomiebetrieb laut Jung bereits ein "ganz miserables Jahr" hinter sich. Die seit bald einem Jahr währende Sperrung der Ortsdurchfahrt von Odenhausen wirkt sich bis ins Salzbödetal hinein aus. Jung spricht von 40 Prozent Umsatzeinbußen. Die Öffnungszeiten des Lokals sind bereits reduziert; er denkt darüber nach, sich wegen Kurzarbeit beraten zu lassen. Und: Aufgrund der schlechten Anbindung werde es immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden.

Lollar: Info-Bedarf des Gastronomen

Jungs dringlichster Wunsch derzeit: "Dass man auf uns zukommt!". Er will wissen, was wann in welchem Umfang an der Straße gemacht wird und mit welchen Einschränkungen er zu rechnen hat. Denn er benötigt für das Familienunternehmen Planungssicherheit. Wenn denn größere Feiern anstehen oder Gesellschaften bewirtet werden, dann bedarf das längerer Vorbereitung - und auch Klärung in Fragen der Erreichbarkeit.

Eigentlich hätte die marode Straße zwischen Salzböden und der Siedlung Schmelz bereits im vergangenen Jahr instand gesetzt werden sollen. Doch im Herbst vertagte man die Arbeiten auf dieses Jahr.

Abstimmung von Stadt und Kreis

Am heutigen Dienstag findet dazu ein Abstimmungsgespräch zwischen der Stadt Lollar und dem Kreis statt. Das bestätigten die Kreisverwaltung und das Lollarer Rathaus. Der Landkreis ist nach wie vor Eigentümer der Straße, möchte den Abschnitt zwischen Salzböden und der Schmelz aber gerne an die Stadt Lollar abgeben. Die ist bereit, die Chaussee zu übernehmen - aber eben nur in einem sanierten Zustand; keinesfalls schadhaft, so wie sie sich seit Jahren präsentiert. So waren die klaren Signale in den vergangenen Jahren. Offen scheint zudem noch immer die Zukunft des weitaus größeren Teils der Straße, die von der Schmelz übers Waldhaus über gut zehn Kilometer bis nach Krofdorf führt.

Kreis-Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) hat bislang die Idee verfolgt, die Straße zwischen Schmelz und Waldhaus entwidmen und zu einem Wirtschaftsweg rückbauen zu lassen. Der Abschnitt zwischen Waldhaus und Krofdorf könnte an die Gemeinde Wettenberg fallen, wenn die Straße von einer Kreis- zur Gemeindestraße zurückgestuft wird. Doch darauf, so war bislang das Signal aus Wettenberg, wolle man sich nur einlassen, wenn die Straße in Ordnung gebracht ist. An diesem Abschnitt hat im übrigen auch die staatliche Forstverwaltung vitales Interesse; wird doch unweit des Waldhauses ein Wertholzplatz betrieben.

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