Corona-Fälle Seniorenheime Hessen
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Ein Pflegeheim in Lollar (Kreis Gießen) hat mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen. 13 Menschen sind bereits verstorben. (Symbolbild)

„Haus am grünen Weg“

Pflegeheim in Lollar: Corona-Ausbruch fordert einige Menschenleben - Viele Mitarbeiter infiziert

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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  • Anja Schramm
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Neue Zahlen des Landkreises bestätigen: Die Zahl der Corona-Infektionen im „Haus am grünen Weg“ in Lollar ist weiter gestiegen. Neben den Bewohnern sind auch viele Mitarbeiter infiziert.

Update vom Dienstag, 05.01.2021, 18.45 Uhr: Der Corona-Ausbruch hat das Pflegeheim „Haus am grünen Weg“ in Lollar mit voller Wucht getroffen. Das zeigen einmal mehr die neuen Daten, die der Landkreis am heutigen Dienstag (05.01.2021) zur Lage in dem Seniorenheim veröffentlichte. Demnach liegen nun die Testergebnisse des Personals vor. 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die 98 infizierten Bewohnerinnen und Bewohner hinzugerechnet, kommt das Pflegeheim auf 141 bestätigte Sars-CoV-2-Fälle. In der Folge explodierte die Inzidenz in der Kleinstadt Lollar. Sie liegt über einem Wert von 1500.

Lollar: Corona-Ausbruch in Altenheim kostet mehrere Menschen das Leben

13 der 98 infizierten Bewohnerinnen und Bewohner sind gestorben, wie heute bekannt wurde, sechs weitere sind zur stationären Behandlung in Kliniken aufgenommen worden. Die verblieben positiv getesteten Seniorinnen und Senioren wurden laut dem Kreis Gießen von den negativ getesteten Personen getrennt. Der infizierte Teil der Belegschaft ist in häuslicher Quarantäne. Für drei Mitarbeitende ohne Symptome sei beantragt worden, die Isolation auszusetzen, damit sie die infizierten älteren Menschen pflegen können. Es soll eine „strikte Trennung“ zwischen denen geben, die im positiv getesteten Bereich arbeiten, und denen, die im negativ getesteten Bereich arbeiten. Für die Einrichtung gilt ein Besuchsverbot.

Am Wochenende hatte die Lollarer Einrichtungsleitung auf Facebook einen Hilferuf abgesetzt, weil sie befürchtete, der Betrieb des Seniorenheims könne durch die positiven Tests beim Personal in Gefahr geraten. Die Resonanz war groß. Heute bedankte sich die Heimleitung bei Facebook für die „zahlreichen Unterstützungsangebote“. Die Einrichtung habe bereits „einige helfende Hände gewinnen“ können. Es sei möglich, die Versorgung aufrechtzuerhalten.

Corona-Ausbruch in Seniorenheim in Lollar: Pflegestart macht Hoffnung

Auf den Corona-Ausbruch in Lollar und dessen Folgen will auch der Kreis Gießen reagieren. „Wir werden Pflegeheime verstärkt kontrollieren, um sicherzustellen, dass die erarbeiteten Konzepte umgesetzt werden“, sagte Landrätin Anita Schneider. Auch ohne Ausbruchsgeschehen müssten Einrichtungen ihr Personal mindestens wöchentlich einem Coronatest unterziehen. Sobald ein positives Testergebnis vorliege, sei das Gesundheitsamt umgehend zu informieren. Darüber hinaus gelte ohne negativen Coronatest ein allgemeines Besuchsverbot in Pflegeheimen.

„Zusätzlich sprechen wir gezielt Organisationen wie Universität, Arbeitsagentur und Vereine an, um einen Pflegepool aus ungelernten Kräften zu bilden, die in der Pflege unterstützende Aufgaben übernehmen können“, ergänzte die Landrätin. „Hoffnung gibt uns im Moment, dass die mobilen Impfteams im Landkreis Gießen bisher in 14 der 27 Pflegeeinrichtungen tätig waren. Sechs weitere Einrichtungen sind bereits geplant und werden in den nächsten Tagen angefahren. Sieben Einrichtungen befinden sich derzeit noch in den Vorbereitungen.“

„Wir benötigen Ihre Hilfe!“: Pflegeheim in Lollar kämpft mit Corona-Ausbruch

Erstmeldung vom Sonntag, 03.01.2021, 19.13 Uhr: Lollar - Mit einem Hilferuf auf Facebook hat sich das Alters- und Pflegeheim »Haus am grünen Weg« in Lollar am Sonntag an die Bevölkerung gewandt. Ende vergangener Woche waren bei einer Reihentestung 98 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zwar stünden die finalen Ergebnisse der Pflegekräfte noch aus, erklärte die Heimleitung gestern auf Anfrage. Doch schon jetzt sei klar, dass auch etliche Pflegekräfte infiziert oder als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne seien und deswegen nicht zur Verfügung stünden.

»Es fällt uns zunehmend schwer, den Betrieb aufrechtzuerhalten«, so die Heimleitung. Man habe bereits Kontakt mit den Behörden aufgenommen und um Mithilfe gebeten. Da sich aber immer mehr Einrichtungen in einer ähnlichen Lage befänden, suche man auch über Facebook. Und zwar nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Menschen, »die mit kurzfristigen Diensten unsere Einrichtung unterstützen können«. (anj)

Interessierte können sich per E-Mail melden unter amgruenenweg@korian.de.

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