Die Vogelbeobachter auf dem Attenberg. FOTO: VH
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Die Vogelbeobachter auf dem Attenberg. FOTO: VH

Kraniche machen sich rar

  • vonVolker Heller
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Lollar(vh). Frühmorgens zeigte das Thermometer auf dem 300 Meter hohen Altenberg nur neun Grad plus an, am Himmel war es stark bewölkt und es wehte ein leichter Wind aus Nordwest. Ornithologen aus Nah und Fern zeigten dem unwirtlichen Ort die kalte Schulter, bauten wie jedes Jahr auf dem Gipfel ihre Spektive auf und blickten stundenlang nach oben.

Den 17. Zugvogel-Beobachtungstag organisierte die Arbeitsgemeinschaft der NABU-Ortsgruppen Odenhausen, Ruttershausen und Lollar mit Lioba und Heiko Krämer in der ersten Reihe. Lioba Krämer hatte mehrere Kuchen gebacken. Grillwürste, Kaffee und andere Getränke gab es auch. Wegen der Covid-19-Bestimmungen fehlte das vor dem Wind schützende Zelt.

Prof. Martin Kraft vom Marburger Institut für Ornithologie und Ökologie leitete den Beobachtungstag fachlich. Man tauschte Erfahrungen aus, denn die passionierten Vogelkundler beobachten die Gefiederten natürlich übers ganze Jahr. Insgesamt zog es 100 Personen auf den Altenberg.

Von den etwa 6000 Vögeln, die alle fein säuberlich auf einer Liste Platz finden, waren über 250 Rotmilane, 92 Heidelerchen und mit 256 Individuen auffällig viele Blaumeisen die Besonderheiten dieses Tags. Obwohl erst kurz zuvor Zehntausende Kraniche über Mittelhessen gezogen waren, machten sich die beliebten Tiere ausgerechnet am offiziellen Zähltag rar: Lediglich zwei Trupps mit 20 und 23 Individuen wurden gesichtet. Die Vogelbegeisterten waren dennoch sehr zufrieden, eine willkommene Ablenkung von Corona genossen zu haben.

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