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Der Tennenplatz in Salzböden wird nicht in einen Naturrasenplatz umgewandelt.

Kein Naturrasenplatz in Salzböden

  • VonVolker Heller
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Lollar (vh). Der große Fußball geht künftig an Salzböden vorbei. Das Lollarer Stadtparlament hat mit knapper Mehrheit den Umbau des Salzbödener Tennenplatzes zu einem Naturrasenplatz von gleicher Größe abgelehnt. Dem Änderungsantrag der Koalition von SPD und Grünen wurde mit 16 Jastimmen bei 14 Neinstimmen und einer Enthaltung entsprochen.

Dieser Vorschlag, der nun zur Ausführung kommt, sieht vor, dass die heutige Spielfläche von 90 mal 60 Meter auf das Höchstmaß von 70 mal 50 Meter zusammenschmilzt. Das reicht noch aus für Mannschaftsspiele im Jugendspielbereich: Bambinis sowie E- , F- und D-Junioren. Übrige Teams können auf dem Platz aber trainieren. 1. und 2. Mannschaft sowie A- , B- und C-Jugendteams der Spielgemeinschaft Salzböde/Lahn nutzen schon seit Jahren den Rasenplatz in Odenhausen oder bei Bedarf den Rasenplatz in Fronhausen.

Auswirkungen auf das Engagement

Für das neue Spielfeld in Salzböden ist laut Beschluss ein Belag zu wählen, der nur geringe Bewässerung benötigt. Über diesen Belag hat man im Parlament nicht diskutiert. Jedenfalls soll möglichst wenig Trinkwasser zum Einsatz kommen.

Auf der verbleibenden Restfläche soll ein Aktivpark mit Zweifachfunktion als Sport- und Begegnungsstätte für die Bevölkerung entstehen. Der Sportplatz Odenhausen wird eine Flutlichtanlage erhalten. Der Änderungsvorschlag ist bei 270 000 Euro für alle Baumaßnahmen gedeckelt. Laut Magistratsvorlage hätte ein Naturrasenplatz rund eine halbe Million Euro gekostet. Allerdings wurde nicht geklärt (eventuell beim hessischen Sportbund), ob dieser Betrag - wie vom Sportverein Salzböden vermutet - nicht zu hoch gegriffen wäre.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek korrigierte jedenfalls die vom gleichen Planungsbüro kalkulierten jährlichen Unterhaltungskosten von 43 000 Euro auf realistische 18 000 Euro. Das Büro hatte Fremdleistungen mit berechnet, auf die man aber, so Wieczorek, verzichten würde. Bertin Geißler (SPD) meinte, es schmälere doch die Lebensqualität nicht, wenn auf anderen Plätzen Fußball gespielt werde. In der Kosten-Nutzen-Rechnung sei es hingegen finanziell kaum verantwortlich, dass nur die 1. und 2. Mannschaft von den Mehrkosten (230 000 Euro) profitierten. Und die 18 000 Euro seien auch noch viel Geld.

Harald Pusch (SPD), Ortsvorsteher Salzböden, hatte die zukunftsträchtige Vereinsentwicklung im Blick. Jene sei jetzt gefährdet. Pusch: »Ein großer Teil des sportlichen Geschehens wird aus dem Ort verbannt.« Darunter leide die Attraktivität. Welche Auswirkungen habe das wohl auf das sportliche Ehrenamt, wollte er rhetorisch wissen. Pusch bezweifelte, ob 270 000 Euro für den kleineren Platz, Aktivpark und Flutlicht ausreichten. Der Rasenplatz Odenhausen mit einem Alter von 35 bis 40 Jahren sei sicher auch nicht mehr im besten Zustand.

Wolfgang Haußmann (Grüne) gab zu verstehen, man hätte Salzböden einen ebenbürtigen Platz gegönnt, aber eine halbe Million sei einfach zu teuer. Hinzu komme die unklare Bewässerungsstrategie. Der Platz in Fronhausen sei intakt und das Spielfeld Odenhausen wohl nur 20 Jahre alt. Seit Jahren spielten die Erwachsenen nun schon in Odenhausen. Warum nicht künftig. Mit dem Aktivpark entstehe ein Angebot für alle.

Cornelia Maykemper (FDP) plädierte für Auskünfte des Magistrats bezüglich eines Kunstrasenplatzes. Der sei ganzjährig bespielbar, brauche wenig Wasser und man könne das Material recyceln.

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