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Die Schüler der CBES Lollar werkeln fleißig im Zuge ihrer Projektwoche. Am Donnerstag soll das Außengelände fertig sein.

Hier packen alle mit an

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Lollar/Staufenberg (dhe). Auf dem Schulhof der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) ist es seit Montag lauter als gewohnt. Presslufthämmer, Kreissägen und allerlei anderes Werkzeug sorgen für eine Geräuschkulisse, die man gewöhnlich auf einer Baustelle erwarten würde. Der Grund dafür: Der weitläufige Hof der CBES wird komplett erneuert, und das nach den Vorstellungen und Wünschen der Schüler. Noch eine Besonderheit dabei ist, dass die Kinder und Jugendlichen selbst den Umbau übernehmen. "Partizipatives Bauen" nennt sich das unkonventionelle Projekt, das in nur vier Tagen dafür sorgen soll, dass der Pausenhof der Schule wieder zur Erholung zwischen den Unterrichtsstunden einlädt.

Doch bis der erste Spatenstich Anfang der Woche getan werden konnte, galt es, zahlreiche organisatorische Angelegenheiten zu klären. Über ein Jahr Vorlaufzeit wurde benötigt, ehe mit dem Bau begonnen werden konnte. Schon im Mai 2018 besuchte Prof. Ralf Laging vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Marburg die Schule. Dort machte er sich ein Bild von dem in die Jahre gekommenen Schulhof.

"Es ist sehr wichtig, so etwas als gemeinsames Projekt mit der Uni zu machen und Studenten sowie auch Schüler miteinzubeziehen", betonte Laging. Die 35 Studenten, die in Lollar mitbeteiligt sind, unterstützen die einzelnen Schülergruppen. Natürlich greifen auch die Lehrkräfte den über 100 tatkräftigen Schülern bei dem Umbau unter die Arme. Bis auf die Kleinsten, die Fünftklässler, sind Kinder und Jugendliche aus allen Klassenstufen mit dabei.

Professionelle Unterstützung ist durch zehn Mitarbeiter der Firma ALEA gegeben. Diese ist spezialisiert auf "partizipatives Bauen" und war von Beginn an Favorit der Schule für eine Zusammenarbeit.

Mit insgesamt 100 000 Euro fördert der Landkreis Gießen das Projekt. Der Etat für alle Schulen des Landkreises lag bei 300 000 Euro, die CBES ist daher sehr froh, eine so hohe Summe erhalten zu haben. Allerdings reichten die Mittel dennoch nicht aus. Es entstand eine Lücke von etwa 5000 Euro, die jedoch bereits beinahe vollständig von zusätzlichen Spenden geschlossen werden konnte.

Allgemein findet sich überall höchster Zuspruch für das Projekt und neben Geld- und Kuchenspenden findet sich sogar Unterstützung von Eltern beim Bauen selbst. Einige von ihnen haben sich bereit erklärt, nachmittags selbst mit anzupacken.

"Das ist ein großes Gemeinschaftsprojekt", erklärte Schulleiter Andrej Keller und betonte, dass beispielsweise auch das Catering eine wichtige Rolle spiele und den Arbeitskräften in der Küche großes Lob gelte.

Dass bereits am Donnerstag der TÜV zur Abnahme kommen und bis dahin tatsächlich alles fertig sein soll, lässt Keller immer noch etwas zweifeln. Laging hingegen ist sich der Sache sicher. Und betrachtet man das rege Treiben und fleißige Werkeln der Schüler, Studenten und Lehrkräfte, so scheint die Zuversicht des Professors gar nicht so abwegig. Am Freitag findet dann die offizielle Eröffnung im Zuge des Schulfestes statt.

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