Ein Glas Sake auf den Kieferninseln

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Lollar(pm). Viele Gäste säumten die Stuhlreihen im Lesesaal der Mediothek. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Linden-Warabi und die Mediothek der Clemens-Brentano-Europaschule hatten zu einem interkulturellen Abend eingeladen. Schwerpunkt war Peter Ihrings Einführung in den 2017 erschienenen Roman "Die Kieferninseln" von Marion Poschmann. Das Buch schaffte es 2018 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Der Professor betrachtete das Werk als "zarte Satire", die die westliche Ignoranz der Hauptfigur entlarvt.

Gilbert scheitert in dem Bestreben, sich japanischer Lebensphilosophie und fernöstlicher Mentalität zu öffnen. Sein Haiku-Schreiben ist der leere Reflex eines Westeuropäers auf die hohe japanische Wortkunst. Für das Publikum stellte sich die Frage: Dürfen wir überhaupt Haikus schreiben? Ja, wir dürfen, denn über die produktive Auseinandersetzung mit dieser strengen Kurzform japanischer Dichtung gewinnen wir einen ersten Zugang zu ihr und bestenfalls ein Verständnis für die in Teilen so fremde Kultur. Und das war auch das gemeinsame Ziel von DJG und Mediothek, Menschen unterschiedlichen Hintergrunds für das so ferne Japan zu begeistern. Ein geselliger Abend, bei dem sich die Gäste bei einem Glas Sake noch lange nach dem Vortrag austauschten.

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