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»Gib mir Wolle und ich mach was draus«

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Von: Volker Heller

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Vielfältig ist das Angebot bei der Herbstausstellung des Hobby- und Kunstkreises in Lollar. © Volker Heller

Lollar (vh). Spinnen hat gewiss etwas Altertümliches. Auf unstete Menschen der modernen Gesellschaft kann es jedoch beruhigend wirken. Das jedenfalls meint Beatrix Urian. Sie hat teilgenommen an der Herbstausstellung des Hobby- und Kunstkreises Lollar im Vereinsheim am Bürgerhaus.

Urian gehört nicht zu den Ruhepolen dieser Welt, doch wenn das durchaus hektische Flügelrad sich dreht, kann sie gut abschalten und sich sogar auf eine zweite Tätigkeit einlassen. Fernsehen gucken vielleicht. Ihr Beitrag zur Ausstellung ist kein Fertigprodukt, sondern liefert die Rohware dazu: Wollknäuel von unterschiedlicher Stärke, einfarbig oder melange.

Urian verspinnt ausschließlich Naturwolle, etwa vom Schaf oder Alpaka. Das Garn hat sie vorher mit Naturfarben eingefärbt. Beim Zuschauen verwundert es schon ein wenig, dass bei diesem Handwerk die Fadenstärke eines Knäuels stets gleichmäßig daherkommt.

Mit Gleichförmigkeit hat der Standnachbar und Hobbyfotograf Franz Richter rein gar nichts am Hut. Er sucht und findet auf seinen Spaziergängen oder Reisen Strukturen, die in der Fantasie des Betrachters ein Gesicht darstellen könnten, egal ob ein menschliches Antlitz oder dasjenige eines Tieres.

Fündig wird Richter gleichsam überall. Das kann auf dem Waldboden sein, in den Baumkronen, an Gesteinsklippen oder im Gegenüber von Moosgewucher. Solcherlei Strukturen fotografiert er ab und verfeinert sie manchmal noch mit dem Pinsel. Seine Frau Sabine Richter gibt Katzen figürliche Dimension mit Blei- und Farbstift. Ansonsten hat sie Taschen aus gebrauchten Stoffen dabei. Man nennt das Upcycling. Hierbei zählt einmal nicht das Verkaufen, vielmehr die Botschaft hinter der Idee. Heidi Barfuß bietet selbstgemachten Schmuck und Ute Schuhmann alles Gestrickte von der Babysocke bis zur Wolldecke. »Gib mir Wolle und ich mach was draus«, ist ihr Motto.

Bei Monika Krombach sind die Lesekissen (unter den Kopf) der Renner, das sind Motivbezüge mit antiallergischer waschbarer Watte. Dazu kommen Kosmetiktaschen und handliche Rucksäcke. Silke Colberg stellt Malerei aus und gemalte Grußkarten. Bei Monika Soppa erfreuen einen die gehäkelten Tierfiguren und Hannelore Stelzl hat aus Papierstreifen von ausgedienten Gesangbüchern filigrane Anhänger hergestellt (Herzen, Eulen, Sterne). Beate Möll wiederum komplettiert das Strickzeug: Socken, Schals, Mützen, Babyschuhe.

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