Ursula Rolshausen
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Ursula Rolshausen

"Die Gesellschaft war abgedriftet"

  • vonLena Karber
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Lollar(lkl). Die Corona-Pandemie hat den Alltag aller auf den Kopf gestellt. Das öffentliche Leben steht still, soziale Kontakte haben viele nur noch telefonisch oder über das Internet. An dieser Stelle gewähren jeden Tag Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen Einblicke in ihren neuen Alltag. Heute: Ursula Rolshausen, Stadtverordnete und Ortsvorsteherin in Salzböden.

Wie verläuft Ihr Tag normalerweise?

Wir frühstücken lange, dann stehen die normalen Hausarbeiten an. Mehrmals in der Woche kommen meine Enkelkinder, je nachdem wie sie Schule haben. Sonst treffe ich mich nachmittags mit Freundinnen, und abends haben wir oft Sitzungen.

Und wie sieht Ihr Alltag jetzt aus?

Bei uns ist es ähnlich wie sonst, weil wir auf dem Land wohnen. Wir können spazieren gehen und ich habe einen Garten, in dem ich viel arbeiten kann. Anders ist, dass meine Enkelkinder nachmittags nicht da sind und abends keine Sitzungen stattfinden. Mit Nachbarn, Freunden und Bekannten führe ich Telefongespräche, aber der persönliche Kontakt ist nicht da. Und ganz aktuell: Der Urlaub fällt auch weg. Wir hatten überlegt, nach Ostern wegzufahren.

Was vermissen Sie am meisten?

Am meisten vermisse ich den persönlichen Kontakt, den ich sonst habe: Ganz allgemein, sich hier im Ort einfach zu unterhalten oder mit meinen Fraktionskollegen zu sprechen, das fehlt mir.

Was ist positiv?

Ich denke, dass man vielleicht wieder mehr auf den Boden der Tatsachen kommt. Die Gesellschaft war wirklich abgedriftet und in vielen Sachen zuletzt völlig überdimensioniert in ihren Ansprüchen. Deswegen denke ich, dass es auch eine gute Sache ist, wenn man jetzt mal sieht, dass man mit weniger auskommt und dass man nicht ständig unterwegs sein muss. Man kann auch zu Hause viel machen.

ARCHIVBILD: JWR

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