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Noch vor der Coronapandemie wurde das Hallenbad in Lollar aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Kostenschätzung für die Dachsanierung hat sich von einer Million Euro auf voraussichtlich 1,4 Millionen Euro erhöht.

Geschätzte Kosten steigen weiter

  • VonVolker Heller
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Lollar/Staufenberg (vh). Während der ersten Sitzung des Zweckverbands Hallenbad Lollar-Staufenberg in der neuen Wahlperiode hat die Versammlung einstimmig Claus Waldschmidt (Staufenberg) zum neuen Verbandsvorsitzenden gewählt, ebenfalls einstimmig seinen Stellvertreter Hartmut Wirth (Lollar). Schriftführer ist Steffen Geier, sein Stellvertreter Stefan Schober.

Hauptthema war die unabwendbare Sanierung der beiden Dächer von Hallenbad und Eingangsbereich mit Umkleiden. Noch vor der Corona-Pandemie, um Weihnachten 2020, wurde das Hallenbad aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das Gebäude aus den 60er Jahren erhielt ein damals übliches Flachdach, über dem Umkleidebereich mit Lichtkuppeln versehen, der technischen Lösung dieser Zeit. Heute gibt es für Oberlichter LED-Konstruktionen.

Unkontrolliert - seit wann, weiß niemand genau - war Wasser eingedrungen, das Schäden an der Holzkonstruktion verursacht hat. Vorübergehend wurde sogar Einsturzgefahr vermutet. Die Kostenschätzung hat sich unterdessen von einer Million Euro auf voraussichtlich 1,4 Millionen Euro erhöht. Möglicherweise braucht der Zweckverband nur die Hälfte davon selber zu bezahlen. 300 000 Euro sind als Fördergeld bereits in trockenen Tüchern, sie stammen aus dem hessischen Landesprogramm SWIM. Dieses unterstützt die Modernisierung bestehender Schwimmbäder.

Weitere 400 000 Euro habe der neue Kreisschuldezernent Christopher Lipp Bürgermeister Peter Gefeller in Aussicht gestellt, sagte sein Vorstandskollege, der Vorsitzende Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek. Der gelernte Jurist Gefeller hatte nämlich das Wohnungseigentumsgesetz bemüht. Dieses regelt im Falle einer Teilung eines Grundstücks unter anderem das Eigentum an nicht zu Wohnzwecken genutzten Räumen oder Flächen und das Gemeinschaftseigentum am gemeinsamen Grundstück.

Über die mögliche Freigabe des Fördergelds aus Gießen entscheidet mutmaßlich der Kreisausschuss im November. Wiecorek geht davon aus, dass die Sache nicht zusätzlich noch im Kreistag landen muss. Die 700 000 Euro würden bei einer Belastung von insgesamt fünf Prozent mit jährlich 28 600 Euro durch den Zweckverband abgeschrieben. Da die anteilige Kostensplittung in Lollar bei 60 Prozent, in Staufenberg bei 40 Prozent liegt, würde Lollar in den städtischen Haushalten jeweils 16 000 Euro, Staufenberg 12 000 Euro einstellen.

Brandschutzkonzept erforderlich

Wieczorek teilte mit, die Dachsanierung sollte eigentlich im März 2022 beginnen, sodass nach drei Monaten Bauzeit mit Schuljahresbeginn nach den Sommerferien das Hallenbad wieder öffnen könne. Die Baugenehmigung habe der Zweckverband bereits eingereicht. Zwingend erforderlich dafür sei jedoch ein Brandschutzkonzept, sagte der Vorsitzende. Weil der Komplex Hallenbad und Umkleide (Eigentum Zweckverband) unmittelbar an die Sporthalle (Eigentum Landkreis) grenzt, werde von dieser Seite unter bestimmten Umständen ebenfalls ein solches Konzept gefordert.

Wieczorek erläuterte den Sachverhalt. Die Halle sei ursprünglich wohl als Sporthalle deklariert worden. Für diesen Fall seien 199 Zuschauer zugelassen, ohne dass ein Brandschutzkonzept vorliegen müsse. Ab 200 Zuschauern gelte die Halle jedoch als Versammlungsstätte und bedürfe sodann eines Konzepts. Steffen Geier wusste, der Landkreis wolle die Halle innen ertüchtigen und außen Wärmedämmung anbringen. Ein konkretes Zeitfenster dafür liege noch nicht vor.

Michael Schnell vom Architekturbüro Feldmann (Gießen) erläuterte die Schäden an der Dachkonstruktion und Gegenmaßnahmen. Die Achillesferse sei das Problem der Abdichtung zur Hallenwand, wo ein Lichtband knapp oberhalb des Flachdachs (Hallenbad) verläuft. Ohne Einwilligung des Landkreises könne hier baulich nichts verändert werden, so Schnell. Auf dieser Dachseite wird daher voraussichtlich eine Notentwässerung mit Unterdruckfunktion installiert.

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