Friedelhausen kommt im Dorf an

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Ruttershausen träumt schon lange von einem Dorfladen, denn seit vielen Jahren ist hier die Versorgung mit Lebensmitteln praktisch nur mit dem Auto zu bewerkstelligen. Der außergewöhnlich gute Besuch der Mitgliederversammlung des Fördervereins Ruttershausen der Diakoniestation Lumdatal, unter Vorsitz von Dr. Jutta Weisel, spiegelt das große Interesse der Einwohner an diesem Projekt wieder, denn: Im Mittelpunkt stand ein Vortrag zum Thema »Dorfladen Ruttershausen« von Bettina Brandt (Hofgemeinschaft Friedelhausen). Motto: »Friedelhausen kommt im Dorf an«.

Ruttershausen träumt schon lange von einem Dorfladen, denn seit vielen Jahren ist hier die Versorgung mit Lebensmitteln praktisch nur mit dem Auto zu bewerkstelligen. Der außergewöhnlich gute Besuch der Mitgliederversammlung des Fördervereins Ruttershausen der Diakoniestation Lumdatal, unter Vorsitz von Dr. Jutta Weisel, spiegelt das große Interesse der Einwohner an diesem Projekt wieder, denn: Im Mittelpunkt stand ein Vortrag zum Thema »Dorfladen Ruttershausen« von Bettina Brandt (Hofgemeinschaft Friedelhausen). Motto: »Friedelhausen kommt im Dorf an«.

In der Hofgemeinschaft leben und arbeiten seit 1982 Menschen mit und ohne Behinderung im landwirtschaftlichen Gutsbetrieb nach Demeter-Richtlinien. Aktuell wohnen dort 52 Menschen mit Hilfebedarf und sechs Familien mit 22 Personen, weitere 16 externe Mitarbeiter werden dort beschäftigt. Die Demeter-Produkte werden über den eigenen Hofladen, eigene Markstände und Caterer in der Region vermarktet.

Platz für 1000-Artikel-Sortiment

Im Umfeld der Bestrebungen zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung hat die Hofgemeinschaft eine Möglichkeit gesucht, Bewohner vom Hofgut in die umliegenden Ortschaften zu integrieren. Dabei sollen die Friedelhäuser nicht nur Nachbarn sein, sondern auch Anbieter von Dienstleistungen, die im Dorf gebraucht werden.

In Ruttershausen wurde man fündig. Der Gebäudekomplex an der Ecke Mittelgasse/Untergasse, gegenüber der Lahnbrücke (vromals bekannt als »Lilly’s Disko«), stand viele Jahre leer. Im Oktober 2016 wurde er vom Trägerverein der Hofgemeinschaft übernommen und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes umgebaut. Als Termin für die Fertigstellung ist Oktober 2017 ins Auge gefasst. Unter dem Dach dieser Gebäude vereinen sich zwei Ideen: der Wunsch der Gemeinde Ruttershausen nach einem Nahversorgungsladen und die Bestrebung der Hofgemeinschaft Friedelhausen, inklusive Wohn- und Arbeitsplätze zu realisieren.

Die Ladenfläche im Erdgeschoss bietet Platz für ein Sortiment von 1000 Artikeln. Neben den hofeigenen Bioprodukten sollen frische Backwaren und ausgesuchte Regionalwaren angeboten werden. Frisches Fleisch kann es allerdings nur vakuumverpackt auf Bestellung geben. Es sind Einkaufshilfen und Lieferdienste für ältere Bürger geplant, auch Vereine können beliefert werden. Der kleine Bistrobereich mit Platz für bis zu zwölf Gäste kann sowohl Anlaufpunkt für Rad- und Kanutouristen als auch ein Treffpunkt im Ort werden. Im Dorfladen werden zwei bis drei Menschen mit Behinderung einen qualifizierten Arbeitsplatz finden. In Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Ortes können weitere Angebote des Dorfladens entwickelt werden. Im Ober- und Dachgeschoss bietet das Gebäude Wohnmöglichkeiten für fünf bis sechs Personen. Hier können Menschen aus dem betreuten Wohnen der Gemeinschaft leben, aber auch Mitarbeiter des Dorfladens.

»Wir freuen uns darauf, mit den Ruttershäuser Bürgern einen Ort des Austausches und der Begegnung zu gestalten«, schloss Bettina Brandt ihren Vortrag.

Ein Bericht über die Mitgliederversammlung des Fördervereins Ruttershausen folgt in einer der nächsten Ausgaben.

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