+
Peter Wucherpfennig sorgt mit seiner keltischen Version der Harfe für ein besonderes Konzerterlebnis.

Der erzählende Harfenspieler

  • schließen

Lollar (vh). Das Publikum im Rittersaal der historischen Burg des Hofguts Friedelhausen wurde am Samstag Zeuge eines ungewöhnlichen Konzerts mit einem besonderen Nebeneffekt: Gleichberechtigung an der Harfe. Zwar gilt der alttestamentliche König David als vermutlich erster namentlich überlieferter Harfenspieler. Ihm folgten die Barden, Harfe spielende Künstler am Hofe irischer Könige. Dann jedoch kam lange Zeit nichts mehr nach und die Besaitete wurde eine Nummer größer. Es entstand die moderne Konzertharfe mit zwei Pedalen. Derweil die Gitarre von den Männern dominiert wurde, war die Harfe fortan vornehmlich in Frauenhand.

Die Legende von Finn McCool

Peter Wucherpfennig hat jedoch die irische Version des Saiteninstruments für sich entdeckt. Der Südhesse war einige Male in Irland, wo er sich das Erzählen und Harfenspielen abgeguckt hatte. Waren im Ursprungsland noch zwei Personen dafür nötig, macht Wucherpfennig beides in Personalunion. Einmal in Aktion, ist er mit Feuereifer dabei und fesselt seine Zuhörer. Irisch-schottische Mythen trug er vor wie ein Landsmann.

Mythen erklärten die Welt. Man könne sie weder beweisen noch widerlegen, so Wucherpfennig. Die Einheimischen hätten ihre Lieblingshelden. Einer davon, Finn McCool, soll einem schottischen Gegner mal die Stirn geboten haben. Heute noch erzähle man sich, wenn an einem Tag sein Name nicht genannt würde, käme die Welt zu Ende. Aus Schottland, wo die Clans unentwegt Scharmützel ausfochten, brachte der Musiker ein sehr frühes Antikriegslied mit. Bereits 1925 habe die irische Autorin Ella Young gewarnt, bedingt durch das Radio würde das Erzählen aussterben, ließ Wucherpfennig die Zuhörer wissen. Sie irrte offensichtlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare