Die Kandidaten der Bürgerliste Ruttershausen. Von links: Christina Paul, Michael Klein, Lioba Krämer, Michael Sauer, Martina Karber.
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In Ruttershausen tritt bei den Wahlen für den Ortsbeirat erstmals eine Bürgerliste an.

Wahlen für den Ortsbeirat

Erstmals Bürgerliste in Ruttershausen

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In Ruttershausen tritt bei den Wahlen für den Ortsbeirat erstmals eine Bürgerliste an. Das Ziel: eine stärkere Einbeziehung der Bürger in kommunale Entscheidungsprozesse.

Lollar – In Ruttershausen tritt bei den Wahlen für den Ortsbeirat erstmals eine Bürgerliste an. Die Kandidaten wollen sich parteiunabhängig für bessere demokratische Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort einsetzen. Die Bedeutung und Einflussmöglichkeit von Ortsbeiräten werde derzeit häufig infrage gestellt. »Wir meinen jedoch, dass bürgernahe Strukturen auf örtlicher Ebene deutlich gestärkt werden müssen. Dann sind die Bürger bereit, sich zu engagieren und gemeinsam Neues zu schaffen«, heißt es in der Mitteilung von Martina Karber. In diesem Zusammenhang wäre es erstrebenswert, dass Ortsbeiräte - wie bereits in manchen anderen Kommunen - über ein lokales Budget verfügen, mit dem dann unbürokratisch kleinere Maßnahmen im Dorf umgesetzt werden könnten.

Erstmals Bürgerliste in Ruttershausen: Kandidaten für Stärkung der Ortsbeiräte

Bei den Kandidaten Michael Sauer, Martina Karber, Lioba Krämer, Michael Klein und Christina Paul handelt es sich um Ruttershäuser, denen »die Gemeinschaft und die Attraktivität ihres Dorfes sehr am Herzen liegen« und die sich auf vielfältige Weise dafür engagieren. So hat ein Teil der Kandidaten bereits seit 2006 im Rahmen der Dorferneuerung/IKEK-Projekte an der Gestaltung des Ortes mitgewirkt. »Mit einer tollen Beteiligung vieler Einwohner wurden damals verschiedene Maßnahmen für Ruttershausen erarbeitet«, heißt es in der Mitteilung. Auch wenn nicht alles wie geplant durchgeführt werden konnte, sei doch einiges gut gelungen - zum Beispiel die Neugestaltung der Spielplätze und des Lahnuferbereichs mit Steg.

Zudem gab es über das Dorfentwicklungsprogramm im engeren Sinne hinaus positive Veränderungen, so würde es wohl ohne das persönliche Engagement von Mitgliedern des Arbeitskreises keinen Dorfladen in Ruttershausen und auch keine Fotovoltaikanlage auf dem Bürgerhaus geben.

Engagement für Ruttershausen: Bürgerliste will mehr Bürgerbeteiligung erreichen

Die Kommunikation mit den städtischen Gremien und die Einbeziehung in kommunale Entscheidungsprozesse »war bei der Realisierung der Vorhaben nicht immer leicht und eine besondere Herausforderung, die proklamierte Bürgerbeteiligung passte in der Praxis nicht unbedingt zu den kommunalen Macht- und Entscheidungsstrukturen.« Auch diese Erfahrung führte dazu, dass die Kandidaten der Bürgerliste sich nun im Rahmen des Ortsbeirats weiter für die Interessen ihres Dorfes engagieren wollen.

Wesentliche Themen sind dabei die Verhinderung eines »völlig überdimensionierten Baugebiets«, die Förderung der Attraktivität des Ortskerns, die Idee eines lebendigen, zentralen Platzes am Schulhof und eine soziale, gemeinschaftliche Nutzung der ehemaligen Schule, die Stärkung der Dorf- und Vereinsgemeinschaft, Infrastruktur- und Verkehrsmaßnahmen sowie eine konsequente Ausrichtung der Maßnahmen am Umwelt-, Natur- und Klimaschutz.

Wahlen für den Ortsbeirat: Bürgerliste Ruttershausen finanziert Wahlkampf privat

Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Gestaltung des kommunalen Zusammenlebens betrachten die Mitglieder der Bürgerliste, dass die Teilhabe der Bürger an transparenten, politischen Entscheidungen gefördert wird und eine offene und frühzeitige Kommunikation stattfindet.

Aufgrund der aktuellen Pandemie sei Wahlwerbung für Bürgerlisten besonders schwer. Die persönliche Werbung für Ideen und Vorstellungen ist kaum möglich, Veranstaltungen finden nicht statt. Da die Bürgerliste anders als die Parteien über keinerlei finanzielle Mittel verfüge, müssen alle Werbemaßnahmen von den Kandidaten privat finanziert werden. (pm)

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